Colin Firth Der Oscar-Preisträger, seine Frau und ihr Liebhaber

Verwirrung um den britischen Schauspieler Colin Firth: Erst hieß es, seine Frau Livia werde gestalkt. Dann erklärte der angebliche Verfolger, er habe eine Affäre mit ihr gehabt. Firth reagierte verständnisvoll.

DPA

Seit 1997 sind Colin Firth und Livia Giuggioli verheiratet. Die Ehe des britischen Schauspielers mit der italienischen Filmproduzentin galt als eine der wenigen skandalfreien im Showbusiness. Bis jetzt.

Dann machte Giuggioli Schlagzeilen, als sie bekannt gab, sie werde gestalkt - von einem Landsmann, dem 55-jährigen Journalisten Marco Brancaccia. Er habe sie wiederholt angerufen und ihr Textnachrichten geschickt, so der Vorwurf. Außerdem habe er ihrem Mann eine E-Mail mit Fotos von ihr übersandt. Oscar-Preisträger Firth erstattete daraufhin in Italien Anzeige. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Rom in der Sache.

Brancaccia wies erbost jeden Vorwurf des Stalkings zurück und erklärte, Giuggioli und er hätten im Jahr 2015 eine Liebesaffäre miteinander gehabt. Der britischen "Daily Mail" zufolge sollen sich die beiden seit ihrer Jugend kennen und die Beziehung begonnen haben, als sie sich auf einer Familienfeier im Haus der Firths in der italienischen Region Umbrien trafen.

Zu diesem Zeitpunkt habe sich Giuggioli von Firth scheiden lassen wollen, sagte Brancaccia dem Blatt. Die außereheliche Beziehung habe etwa elf Monate gedauert. "Ich habe mich total in Livia verliebt", so der italienische Journalist. "Ich hatte das Gefühl, sie ist die Frau meines Lebens. Ich habe sie sehr, sehr geliebt."

Brancaccia arbeitet für die italienische Nachrichtenagentur Ansa und lebt in São Paulo in Brasilien. Der Stalking-Vorwurf sei nichts weiter als der Versuch eines sehr berühmten Paares, eine Affäre zu vertuschen, so Brancaccias Vermutung. "Livia hat mich wegen Stalkings angezeigt, weil sie Angst hatte, dass ich das ausplaudern könnte, was sie mir über ihre Ehe und ihre Arbeit anvertraut hat."

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Colin Firth: Marriage reloaded

Am Donnerstag bestätigte ein Sprecher des Paares, dass die Firths "vor ein paar Jahren" beschlossen hätten, sich zu trennen. "Während dieser Zeit war Livia kurz mit ihrem früheren Freund, Herrn Brancaccia, zusammen", hieß es in einem Statement. "Die Firths sind jetzt wieder vereint. In der Folge hat Herr Brancaccia über mehrere Monate eine beängstigende Belästigungskampagne gefahren, die zu großen Teilen dokumentiert ist." Diese "Kampagne" soll von September 2016 bis April 2017 gedauert haben.

In Interviews unter anderem mit der "Repubblica" betonte Brancaccia, er habe in diesem Zeitraum lediglich zwei Whatsapp-Nachrichten an Livia und eine E-Mail an Colin Firth geschickt.

"Ich habe Colin im Februar vergangenen Jahres geschrieben, nachdem ich sie zusammen im Fernsehen gesehen hatte." Es sei ihm schlecht gegangen, deshalb habe er in der Mail alles über die Beziehung zu Livia offenbart und ein Foto von ihr angehängt, "absolut kein Nacktfoto", wie er betont. Firth habe ihm nach wenigen Tagen in sehr höflichem Tonfall geantwortet. "Du hast mir Leiden zugefügt, aber ich habe verstanden, dass Du auch leidest", soll der Oscar-Preisträger geschrieben haben.

Als die römische Polizei im April 2017 an die Tür seiner Hauptstadtwohnung geklopft und Computer und Handys konfisziert habe, sei er völlig überrumpelt gewesen, sagte Brancaccia der "Stampa". "Ich habe Livia niemals bedroht, in keiner Weise", betont er. "Ich schlafe seit Tagen nicht mehr, ich esse nicht mehr, ich musste meine sämtlichen Profile in den sozialen Netzwerken schließen, weil mich die Boulevardmedien belagern."

Mittlerweile sei sein Ruf ruiniert, ständig bekäme er Angebote von Zeitungen, die Interesse an Videos und Fotos von Livia und ihm hätten. "Aber das interessiert mich nicht, ich mag sie gern und die sind mir total egal. Ich will nur, dass die Wahrheit ans Licht kommt."

Auch wenn Livia Giuggioli etwas anderes behaupte - "in Wahrheit waren sie noch zusammen, als wir eine Affäre hatten". Die Frau von Firth habe ihn dann "plötzlich, ohne Erklärungen" verlassen. "Ich war gekränkt, aber ich habe nichts von dem getan, was sie mir vorwerfen."

Das Ehepaar Firth äußerte sich unter Berufung auf die laufenden Ermittlungen nicht weiter zu dem Fall.

Die Firths haben zwei Söhne, den 16-jährigen Luca und den 13-jährigen Matteo. Die Familie lebt abwechselnd in Chiswick, West London, und auf ihrem Landsitz in der mittelitalienischen Region Umbrien. Colin Firth bekam 2011 einen Oscar für seine Darstellung King Georges VI. in dem Film "The King's Speech". Er wirkte außerdem in zahlreichen erfolgreichen Produktionen, wie "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" oder "Tatsächlich… Liebe", "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" und "Eine zauberhafte Nanny" mit.

ala



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