Mode-Comeback in Mailand Jil Sander begeistert die Damen

Jahrzehntelang hatte Modedesignerin Jil Sander in ihr eigenes Unternehmen investiert und eine internationale Marke geschaffen. Dann stieg sie aus. Nun feierte sie in Mailand mit einer Damenkollektion ihr Comeback - und bewies: Sie kann es noch.

AP

Berlin - Es war die Sensation in der Modewelt: Anfang des Jahres kehrte die Designerin Jil Sande als Kreativdirektorin in das Unternehmen zurück, das sie 44 Jahre zuvor gegründet hatte. An diesem Samstag nun hat sie ihre erste Damenkollektion vorgestellt und ihr Comeback damit vollendet. In Mailand zeigte sie Modelle für das Frühjahr und den Sommer 2013. Die Modeprofis im Publikum waren begeistert.

Klare Formen, präzise Schnitte, durchdachte Details. Die Show bewies: Jil Sander beherrscht ihr Handwerk nach wie vor perfekt.

Bereits im Juni hatte die 68-Jährige in Mailand ihre neue Männerkollektion vorgestellt. Nun folgte das weitaus wichtigere Pendant für die Frauen. Zum Frühjahr/Sommer 2013 entwarf Jil Sander eine Mode, die ein luftiges Volumen in die Silhouette bringt. Grafische Zwei-Farb-Kontraste bestimmen die Optik bis hinunter zu den Stiefeln. Es gibt kragen- und auch ärmellose Mäntel, schmale Hosen und ausgestellte Röcke. Das Gesamtbild wirkt jung, frisch und modern. Sie selber zeigte sich zum Abschluss der Show im schwarzen Hosenanzug mit weißer Bluse.

Die Marke verlor an Glanz

Jil Sander hatte ihr Label 1968 gegründet und über die Jahrzehnte eine internationale Marke geschaffen. Nach dem Verkauf der Aktienmehrheit an den Konzern Prada im Jahr 1999 zog sie sich bald darauf zurück. Auf ein erstes Comeback 2003 folgte ein Jahr später ein erneuter Abschied. Prada verkaufte die Marke später weiter. Ihr Glanz ging immer weiter verloren.

Ende Februar hat sie nun wieder die stilistische Führung übernommen. Damals sprach die 68-Jährige von einer riesengroßen Herausforderung. Ihr Alter sah sie dabei nicht als Hindernis. "Was die Menschen interessiert, ist, was einer tut. Und ich stehe in einem Lebensabschnitt, in dem Politiker erst für höhere Aufgaben reifen", sagte die Modeschöpferin. "Denken Sie an Steve Jobs - als er zu Apple zurückkam, fing es mit Apple erst richtig an."



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