Sorge im dänischen Königshaus "Alarmierende Angaben über Prinz Henriks Zustand"

Seit Wochen liegt Prinz Henrik im Krankenhaus - doch die Lage spitzt sich zu. Thronfolger Frederik hat nun seinen Besuch bei Olympia in Südkorea abgebrochen, um bei seinem Vater zu sein.

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Prinz Henrik hat es schwer bei den Dänen. Der 83-Jährige stammt aus Frankreich und fühlt sich als Ehemann von Königin Margrethe II. häufig zurückgesetzt. Vergangenen Sommer polterte der Prinz, dass er nicht neben der Monarchin im Dom von Roskilde begraben werden wolle. Nur Wochen später meldete das Königshaus, Henrik leide an Demenz.

Nun hat sich sein Gesundheitszustand ernsthaft verschlechtert. "Seine königliche Hoheit der Kronprinz hat deshalb seinen Aufenthalt bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea abgebrochen und ist nun auf dem Weg nach Dänemark", teilte das Königshaus in Kopenhagen mit. Noch am Vortag hatte Kronprinz Frederik bei einer Flaggenzeremonie im olympischen Dorf in Pyeonchang posiert.

Dänischen Medien zufolge bietet die Mitteilung des Königshauses wenig Grund zur Hoffnung. "Es ist das erste Mal, dass das Königshaus so alarmierende Angaben über Prinz Henriks Zustand bekannt gibt", heißt es bei Danmarks Radio.

Lungenentzündung und Tumor

Prinz Henrik, der mit bürgerlichem Namen Henri de Laborde de Monpezat heißt, hatte sich im Urlaub in Ägypten im Januar eine Lungenentzündung zugezogen - und liegt deshalb seit Anfang des Jahres im Kopenhagener Rigshospital. Dort entdeckten die Ärzte zudem einen gutartigen Tumor im linken Lungenflügel.

Die dänische Boulevardzeitung "BT" zitiert Prinz Henriks Bruder, Étienne de Monpezat, nun mit den Worten: "Es sieht aus, als sei es eine Frage von Wochen." Eine Bestätigung hierfür gibt es bislang nicht. Am Vormittag besuchte Kronprinzessin Mary laut dem Blatt zusammen mit ihren Kindern Christian und Isabella deren Großvater im Krankenhaus.

Anfang der Woche hatte sich sein jüngerer Sohn, Prinz Joachim noch erleichtert gezeigt, dass sich der Tumor als gutartig herausstellte. "Es geht ihm besser", sagte der 48-Jährige. "Er ist natürlich schwach, aber den Umständen entsprechend gut gelaunt."

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Henrik von Dänemark: Sorge um den Prinzen

Im September 2017 hatte das Königshaus bekannt gegeben, dass seine Krankheit mit einem "Verfall der kognitiven Fähigkeiten" einhergehe, auch seine Urteilskraft und seine Gefühle könnten beeinflusst sein. Seit 2016 lebt der aus der Region Bordeaux stammende Prinz zurückgezogen von der Öffentlichkeit - und legte auch den Titel "Prinzgemahl" ab.

Prinz Henriks Worte im Sommer 2017, nicht in der königlichen Gruft begraben werden zu wollen, hatten in Dänemark die Debatte über dessen Anerkennung wiederbelebt. "Sie macht aus mir einen Narren", warf er seiner Frau vor. "Wenn sie will, dass wir zusammen begraben werden, muss sie mich zum Königinnengemahl machen. Fertig", sagte er dem Klatschblatt "Se og Hør". Wie sehr ihn seine Krankheit da beeinflusste, ist unklar.

Prinz Henrik und die 77-jährige Königin sind seit mehr als 50 Jahren verheiratet, sie hatten sich 1965 in London kennengelernt, wo er in der französischen Botschaft arbeitete. Der Spross einer französischen Adelsfamilie haderte stets damit, dass er nach Margrethes Thronbesteigung 1972 nicht zum König ernannt wurde.

In Dänemark wurde Prinz Henrik wegen seines starken Akzents oft veräppelt. Viele seiner neuen Landsleute lieben ihn aber auch für seine wenig diplomatischen Sprüche - und den genussvollen Lebensstil, der für viele in Dänemark neu war. Er schrieb Kochbücher, segelte, sammelte und fertigte Kunst. Angesichts seines nun kritischen Gesundheitszustands schicken ihm über die Facebook-Seite des Königshauses derzeit zahlreiche Dänen Genesungswünsche.

apr/dpa/AFP

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