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11. September 2018, 16:15 Uhr

Vermisster Sänger

DSDS-Kollegen veröffentlichen Brief an Küblböck

Das ungewisse Schicksal von Daniel Küblböck bewegt seine früheren Kollegen aus der Show "Deutschland sucht den Superstar". Auch Satiriker Oliver Kalkofe erinnert an den Sänger - und kritisierte Kommentare im Netz.

Einen Tag nachdem die kanadische Küstenwache die Suche nach dem vermissten Daniel Kaiser-Küblböck, 33, eingestellt hatte, haben andere Kandidaten aus der ersten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) einen Brief veröffentlicht, in dem sie ihre Betroffenheit ausdrücken.

"Mit großer Bestürzung hat jeder Einzelne von uns die traurigen Nachrichten der vergangenen Tage über Dich verfolgt", schreiben sieben ehemalige Mitstreiter Kaiser-Küblböcks in einem Brief. "Es tut uns unendlich leid, auf diese Weise zu erfahren, welche grausame Traurigkeit Dich die letzten Monate umgeben haben muss."

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Was wir sehen und kennenlernen durften, war ein Mensch mit unglaublich vielen Facetten, einem riesigen unvoreingenommenem Herzen aber auch einer sehr zerbrechlichen Seele!" Unterschrieben ist das gemeinsame Statement von den sieben "DSDS"-Teilnehmern Juliette Schoppmann, Stephanie Brauckmayer, Andrea Josten, Daniel Lopes, Vanessa Struhler, Nektarios Bamiatzis und Gracia Baur. In der ersten "DSDS"-Ausgabe hatte Küblböck 2003 den dritten Platz belegt.

Am Montag hatte die kanadische Küstenwache die Suche nach dem in der Labrador See vermissten Sänger eingestellt. Vier Schiffe und zwei Flugzeuge hatten zusammen 80 Stunden lang gesucht - wegen der nur sehr geringen Überlebenschance eines Menschen in dem kalten Wasser habe man die Suche gestoppt. Der Sänger ging nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt vor Neufundland über Bord, eine Suizidabsicht gilt als wahrscheinlich.

"Du wirst in unseren Herzen weiterleben!"

Die "DSDS"-Mitstreiter schreiben auch darüber, dass Daniel Kaiser-Küblböck möglichweise missverstanden wurde: "Manche Menschen, die Dich nicht kannten und vor allem nicht 'erkannten', empfanden Dich möglicherweise als Clown. Jedoch auch Clowns weinen! Und die sehr guten Clowns besitzen die Fähigkeit, ihre Tränen vor den Menschen zu verbergen, denen sie sie nicht zeigen wollen!"

Trotzdem habe Küblböck es geschafft, alle mit seiner positiven Energie anzustecken. "Wo immer Dich Deine Reise auch hinführt: Du wirst in unseren Herzen weiterleben! Danke, dass wir einen Teil Deines Weges mit Dir gehen durften!"

TV-Satiriker Oliver Kalkofe meldete sich ebenfalls zu Wort: Küblböcks mutmaßlicher Suizid stimme ihn "unendlich traurig"; nun "die unglaublich vielen dummen, abartigen und emotionslosen Witze" über Küblböck zu lesen, mache ihn wütend. Auch er habe oft über den Sänger gespottet. "Jedoch nicht über ihn als Person, sondern nur über seine Aktionen und Auftritte - wo er natürlich auch bewusst zu solchen Reaktionen provozierte." Küblböck habe "glücklicherweise" über sich selbst lachen können. Er habe zu den Menschen gehört, "die bunt und anders sind, die ihr Publikum begeistern und auch nerven können. (...) Lebewohl, Daniel, Du warst ein lustiger Verrückter, der diese Welt zumindest bunter und vielfältiger gemacht hat."

Wann der Sänger für tot erklärt wird, ist offen. Geht jemand über Bord eines Schiffes und wird vermisst, kann ein Gericht auf Antrag den Tod erklären oder die Todeszeit feststellen. Dies regelt das sognannte Verschollenheitsgesetz. Das Gesetz sieht für eine Todeserklärung unterschiedliche Fristen vor, die verstrichen sein müssen. Als verschollen gilt jemand, von dem es seit längerer Zeit kein Lebenszeichen gibt und wenn ernstliche Zweifel an seinem Fortleben bestehen. Allgemein kann jemand für tot erklärt werden, wenn er seit zehn Jahren als verschollen gilt und das 25. Lebensjahr vollendet hat. Wenn Menschen bei einer Fahrt auf See verschwinden - bei einem Schiffsuntergang oder durch einen Sturz vom Schiff - dann gilt eine kürzere Frist von sechs Monaten.

bbr/dpa

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