Bei Kreuzfahrt verschollener Sänger Daniel Kaiser-Küblböck wollte ins Schiffshospital

Am 9. September 2018 sprang Daniel Kaiser-Küblböck von einem Kreuzfahrtschiff. Zuvor hatte er versucht, ärztliche Hilfe zu bekommen.

Daniel Kaiser-Küblböck (Foto von 2016)
imago/ APress

Daniel Kaiser-Küblböck (Foto von 2016)

Von Felix Hutt


Der Sänger Daniel Kaiser-Küblböck, 33, verschwand am frühen Morgen des 9. September vom Kreuzfahrtschiff "Aida Luna". Der Ablauf seines Verschwindens lässt sich nun rekonstruieren. Kaiser-Küblböck verließ nach SPIEGEL-Informationen am 9. September gegen 1.15 Uhr eine Schiffsbar auf der "Aida Luna". Er ging in seine Kabine, kam etwa drei Stunden später an die Rezeption. Er hatte eine Flasche zerschlagen, sich dabei geschnitten, und wollte ins Schiffshospital. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Als man ihm erklärte, dass dieses geschlossen sei, wurde er wütend. Er löste dreimal Alarm aus, stieg am Außendeck 5 auf eine Reling und sprang gegen fünf Uhr morgens in die Labradorsee.

Nach SPIEGEL-Informationen litt Kaiser-Küblböck seit Längerem an Panikattacken und Angstzuständen. Er ging im März dieses Jahres zu einer Psychologin in Berlin und gab an, dass er Atemprobleme habe, wenn er Bahn fahre; Kopfstechen, wenn er im Bett liege; Herzrasen, wenn er Alkohol trinke. Er habe dann jedes Mal Todesangst, sagte Kaiser-Küblböck.

Am 16. August 2018 wurde er von einem Neurologen in Palma de Mallorca, wo er zeitweise lebte, untersucht. Kaiser-Küblböck, so die Diagnose, leide "wahrscheinlich an der akuten Episode einer schizophrenen Psychose".

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Kaiser-Küblböck medikamentierte sich selbst mit dem weiblichen Sexualhormon Estradiol. In seiner Kabine fand man eine leere Packung des Medikaments.

Kaiser-Küblböck schrieb am 29. August, dem Tag seiner Abreise auf der "Aida Luna", eine Facebook-Nachricht an Robert Mau, den musikalischen Leiter der Schauspielschule in Berlin, die er besuchte. "Ich gehe bald in Therapie, weil ich mich in meinem männlichen Körper nicht mehr wohl fühle und meine Rolle als Aurora mir gezeigt hat, wie gerne ich eine Frau wäre", schrieb Kaiser-Küblböck, und weiter: "Es hat mir die Tür zu meinem Ich geöffnet, und ich kann jetzt endlich diesen Weg wagen, der sehr hart und schmerzvoll sein wird."

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