Großbritannien David Cameron streicht den Job seiner Mutter

Mary Cameron hat in einem Zentrum für benachteiligte Kinder gearbeitet. Doch weil die Partei des britischen Premiers sparen will, wird das Zentrum geschlossen.

AP

Jede Woche arbeitet Mary Cameron einige Stunden im Kinderzentrum Chieveley in Berkshire. Dort gibt es kostenlose Kinderbetreuung, Ernährungsberatungen und Erste-Hilfe-Kurse speziell für Babys. 670 Kleinkinder profitieren von den Angeboten. Die Mutter des britischen Premiers hilft aus, wo sie kann, oder spielt Fahrservice für Familien ohne Auto. Doch Ende des Monats wird das Kinderzentrum geschlossen. Schuld ist ihr Sohn, David Cameron.

Dem "Daily Mirror" sagte Mary Cameron: "Ich bin sehr traurig, dass das Zentrum zumacht, aber wenn nicht genug Geld da ist, kann es eben nicht weitergehen." Dass sie nicht begeistert ist von der Austeritätspolitik der Tories, wisse ihr Sohn. Sie habe eine Petition unterschrieben, die forderte, ein Dutzend Kinderzentren in Oxfordshire zu erhalten. Auch David Camerons Tante Clare Currie habe sich schon öffentlich gegen die Schließungen ausgesprochen.

Trotzdem hat Mary Cameron nicht mit ihrem Sohn über die Angelegenheit gesprochen. "Ich mische mich da nicht ein", sagte sie dem Blatt und fügte hinzu: "Wenn Sie irgendetwas tun können um zu helfen, wäre das großartig."

Nach Aussage der Behörden werden die Leistungen des Kinderzentrums weiterhin angeboten, allerdings an anderen Orten und teilweise kostenpflichtig. In ganz Großbritannien gibt es etwa 3000 Kinderzentren, die über eine Million Familien betreuen. Mindestens 631 Zentren sind geschlossen wurden, seit die Tories 2010 an die Macht kamen.

lba



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