Denzel Washingtons "Flight": Ärger mit der Großbrauerei

Denzel Washingtons neuer Film bekommt ungeplante Aufmerksamkeit: Eine Großbrauerei möchte ihr Bier nicht in dem Streifen sehen - Washington spielt darin einen Alkoholiker. Offenbar ist eben doch nicht jede PR gute PR.

Denzel Washingtons "Flight": Ärger mit der Großbrauerei Fotos
AFP

Los Angeles - James Bond schießt mit einer Walther PPK, Schriftsteller in Filmen schreiben oft auf Apple-Computern und Darsteller in Seifenopern benutzen gern mal das neueste Handy: Normalerweise freuen sich Firmen, wenn ihre Produkten in Kino und Fernsehen vorkommen.

Denzel Washington macht mit seinem neuen Film "Flight" derzeit die umgekehrte Erfahrung. Der 57-Jährige spielt darin einen alkoholkranken Piloten, der seine Maschine vor dem Absturz rettet, aber beschuldigt wird, vor dem Flug getrunken zu haben. Angesichts des Themas verwundert es nicht, dass die Hauptfigur in diversen Szenen Alkohol konsumiert - unter anderem Bier der Marke Budweiser von Anheuser-Busch, einem der größten Brauereikonzerne der Welt. In einer Szene ist zu sehen, wie Washington beim Autofahren ein Budweiser trinkt. Die Brauerei ist darüber alles andere als begeistert.

Die Firma sei vorher nicht gefragt worden und hätte ihre Zustimmung nicht gegeben, wenn sie gefragt worden wäre, sagte Vizepräsident Rob McCarthy. "Wir würden niemals den Missbrauch unserer Produkte billigen und haben eine lange Geschichte des Eintretens für verantwortliches Trinken und gegen Trunkenheit am Steuer", sagte er.

Anheuser-Busch forderte Paramount Pictures auf, den Namen des Bieres in dem Film von Regisseur Robert Zemeckis unkenntlich zu machen. Das Logo der Marke solle in digitalen Ausgaben des Filmes wegretuschiert werden, die bereits in den Kinos gezeigt werden oder noch gezeigt werden sollen.

Dieses Ansinnen stößt nicht eben auf großes Verständnis. Anheuser-Busch gebe jedes Jahr Hunderte Millionen Dollar aus, um für seine Produkte - die dazu da seien, betrunken zu werden - zu werben, kommentierte die Website Gawker. Und dennoch präsentiere sich das Unternehmen nun als Unterstützer zurückhaltenden Trinkens. Die Firma wolle einfach nur das Image ihres Bieres kontrollieren.

In dem Film sind auch mehrere Wodka-Marken zu sehen. Eine davon, Stolichnaya, hat mitgeteilt, sie habe die Verwendung der Marke nicht lizenziert. "Angesichts des Themas dieses Films ist das nicht etwas, bei dem wir hätten dabei sein wollen", sagte ein Sprecher des Unternehmens William Grant & Sons, das den Wodka in den USA vertreibt.

Experten sehen kaum Chancen für die Unternehmen, ihre Produkte nachträglich aus dem Film entfernen zu lassen. Gesetze zum Schutz von Markennamen "existieren nicht, um den Firmen das Recht zu geben, Filme und TV-Shows zu kontrollieren und zu zensieren, die Gegenstände aus der wirklichen Welt zeigen", sagte der Rechtsexperte Daniel Nazer von der Universität Stanford. Oft würden Filmemacher dafür bezahlt, Firmen und ihre Produkte einzubeziehen. "Ich denke, das hat zu einer Kultur geführt, in der sie erwarten, Kontrolle zu haben. Das ist kein Recht, das ihnen das Markennamengesetz gibt."

ulz/dapd/Reuters

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