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"Pate"-Dreharbeiten in New York: Fotos, die Sie nicht ablehnen können

Filmdreh mit Marlon Brando: "Der Pate" in Little Italy Fotos
Getty Images/Anthony Pescatore/NY Daily News Archive

Filmcrew und Presse lieferten sich 1971 in New York ein Katz-und-Maus-Spiel: Die einen wollten die Dreharbeiten zu "Der Pate" schützen, die anderen exklusive Bilder. Hier sind die Fotos, um die es ging.

Der Mafiaboss verlässt das Geschäft, geht auf die Straße zu einem Obststand, lässt sich Orangen und andere Früchte einpacken. Zwei Gangster kommen herbeigelaufen, feuern aus nächster Nähe auf den Mafioso, der schwer verwundet zu Boden sinkt. Die Szene stammt aus "Der Pate", gedreht wurde sie in der Mott Street im New Yorker Viertel Little Italy.

Damals, im April 1971, hatten die Macher von Paramount Pictures kein Interesse daran, dass Anwohner und Fotografen Bilder der Dreharbeiten machten. Es waren noch keine offiziellen Fotos von Marlon Brando als Oberhaupt des Corleone-Clans in Umlauf. Und das sollte auch so bleiben.

Die "New York Daily News" beschrieb am Tag darauf, welche Vorkehrungen die Filmcrew traf: Anwohner wurden am Einkaufen gehindert, hatten teilweise Mühe, in ihre Wohnungen zu kommen. Kinder wurden weggescheucht. Und Fotografen wurden mit teilweise robusten Mitteln daran gehindert, Bilder zu machen. Sie wurden mit Scheinwerfern geblendet oder gleich wegkomplimentiert.

Ganz gelang das aber nicht. Die Journalisten fotografierten aus Wohnungen von Freunden heraus oder kletterten über Feuertreppen, um einen Blick auf Brando zu bekommen.

Zum Glück, muss man aus heutiger Sicht sagen. Denn die Fotos erlauben einen ungefilterten Einblick in die Arbeit an einem der besten Filme der Geschichte. Man sieht, wie Brando sich mit Regisseur Francis Ford Coppola und Produzent Albert S. Ruddy unterhält. Wie dem Schauspieler die Haare zerzaust werden, um das Filmattentat authentischer wirken zu lassen. Hier können Sie sich selbst davon überzeugen.

Wer vom "Paten" nicht genug bekommen kann, dürfte sich für eine Aktion interessieren, die am 11. Februar beginnt: Dann werden 45 Kisten voller Erinnerungsstücke aus dem Nachlass von Mario Puzo versteigert, der die Buchvorlage zu "Der Pate" verfasst und das Drehbuch mitgeschrieben hatte. Schätzwert der Sammlung: 400.000 Dollar.

Unter anderem sind ein handgeschriebener Brief Puzos an Brando und die Schreibmaschine, auf der Puzo das Buch tippte, zu ersteigern. "Machen Sie ein Angebot, das das Auktionshaus nicht ablehnen kann", scherzte die "New York Post" in Anlehnung an das berühmte Zitat aus dem Film.

ulz

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