Deutscher Filmball 2018 Hoch die Tassen mit den Stars

Mit einer Trink-Hommage an Hannelore Elsner ließ es "Fack Ju Göhte"-Star Jella Haase beim Deutschen Filmball in München krachen. Inmitten der Filmprominenz sorgte Richard "Mörtel" Lugner mit seiner neuen Freundin für Aufsehen.

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Es war eine Hommage an die wohl bekannteste Szene des Deutschen Filmballs: Als die Schauspielerin Jella Haase am Samstagabend ihren dunkelroten High Heel mit Champagner füllen ließ, war es kein Zufall, dass gerade Hannelore Elsner neben ihr saß. "Das ist ja schon fast ikonisch, diese Geschichte mit Bernd Eichinger, als er aus meinem Schuh getrunken hat", sagte Elsner noch auf dem roten Teppich über das Jahrzehnte zurückliegende, aber legendäre Erlebnis mit dem 2011 verstorbenen Filmproduzenten.

Champagner floss beim 45. Filmball im Ballsaal des Münchner Nobelhotels Bayerischer Hof nicht nur in die roten Samt-Pumps von "Fack Ju Göhte"-Star Haase, er regnete auch auf zahlreiche Kameraleute und ihren Schauspielerkollegen Max von der Groeben, der den Korken knallen ließ. Kurze Zeit vorher stand die 75-jährige Elsner noch auf dem Tisch, jubelte der 25-jährigen Haase zu und zog das Blitzlichtgewitter auf sich.

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Deutscher Filmball 2018: Feiern bei den Bayern

Grund zu feiern gab es für Deutschlands Filmschaffende, denn 2017 war ein erfolgreiches Jahr. Fünf deutsche Kinoproduktionen knackten die Millionenmarke, darunter "Dieses bescheuerte Herz" und der Spitzenreiter "Fack Ju Göthe 3". Um darauf anzustoßen, wurden dieses Jahr laut einem Sprecher 1200 Flaschen Champagner bestellt. 1600 Weißwürste gab es für das traditionelle Weißwurstessen um Mitternacht - geladen waren 1000 Gäste.

"Ich liebe Autos"

In einem Nebenzimmer gingen währenddessen weit über 1000 Jetons zugunsten der Filmkünstlernothilfe über den Roulette-Tisch. Auch der Erlös der Ballkarten, die nur geladene Gäste kaufen konnten, war für diesen guten Zweck.

Die Alten feierten mit den Jungen: Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) plauderte mit dem 16-jährigen Nachwuchsschauspieler Philip Noah Schwarz ("Dieses bescheuerte Herz"). Sie saßen am Tisch nebeneinander. Direkt gegenüber saß Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) samt Ehefrau Anke Stadler.

Noch mehr Aufmerksamkeit zog allerdings Bauunternehmer Richard "Mörtel" Lugner auf sich. Der 85-Jährige kam in Begleitung seiner neuen Freundin Jasmin, 27. "Wir sind noch ganz neu in unserer Beziehung - wir kennen uns zwar schon seit Juni, aber wir haben uns selten gesehen, sie ist ja Münchnerin", sagte Lugner am Rande der Veranstaltung.

Kennengelernt hätten sich die beiden bei einem Sportwagentreff in Langen am Wörthersee. "Ich liebe Autos", sagte die 27-Jährige. Sie sei ihm gleich aufgefallen, so Lugner: "Sie ist im Auto hinter mir gewesen, und ich habe sie im Rückspiegel ständig angeschaut." Bis er in das Auto vor ihm gekracht sei.

Auch Katja Riemann, Tom Schilling, Heike Makatsch, Florian David Fitz und Heiner und Viktoria Lauterbach gaben sich die Ehre. "Nichts trinken", gab Fitz den Anwesenden am roten Teppich als Ratschlag mit, falls man am nächsten Morgen nicht mit Kater aufwachen wolle. Doch daran hielt sich wohl kaum jemand.

Solidarisch in Schwarz

Neben all dem Glamour gab es auch ernste Themen zu besprechen. Die Schauspielerin Maren Kroymann war in einem schwarzen Hosenanzug erschienen - und wollte damit ein Zeichen setzen. "Ich mache das einfach für mich, dass ich dieses Schwarze aufgreife von den Golden Globes, das hat mir gut gefallen."

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Roter Teppich der Golden Globes: Women in Black

Anfang Januar hatten viele weibliche Stars bei der Golden-Globes-Verleihung als Protest gegen sexuelle Belästigung und Benachteiligung schwarze Kleider getragen und sich für die Initiative "Time's Up" eingesetzt. "Es geht ja um Missbrauch, und Missbrauch sieht man nicht", sagte die 68-jährige Kroymann. "Und ich finde es eine ganz schöne Idee, ein optisches Symbol zu tragen, für die Frauen, die das erlitten haben."

Auch eine andere Prominente äußerte sich dazu. Barbara Meier, "Germanys Next Topmodel" von 2007, war eine der wenigen, die bei der Preisverleihung in Los Angeles nicht schwarz trug. Für ihre fehlende Solidaritätsgeste war Meier zum Teil heftig kritisiert worden. "Es war jetzt nicht so, dass ich die Einzige war", verteidigte sie sich. "Ich war nicht nominiert, ich war ein normaler Gast. Von den normalen Gästen waren fast alle nicht schwarz. Man hat das nicht gesehen, weil die nicht fotografiert worden sind."

"Ich finde das sehr gut und richtig", kommentierte auch Katja Riemann den weiterhin brodelnden Protest gegen sexuelle Belästigung. "Ich habe das Gott sei Dank in der Branche nicht erlebt", sagte die 54-Jährige. Doch das sei ein zu komplexes Thema, das man eigentlich auf dem roten Teppich nicht diskutieren könne.

hpi/dpa



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