Realitätsnahe Vorbereitung auf Filmrolle Agentin Kruger geht aufs Ganze

Wie gelangt man ganz legal auf den Balkon eines wildfremden Menschen? Diane Kruger weiß es, denn mit solchen Aufgaben hat sie sich auf eine Filmrolle als Spionin vorbereitet. Und schämt sich nun.

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Schauspieler haben vermutlich einen besonders herausfordernden Job - auch, weil sie sich regelmäßig in völlig neue Identitäten, Gefühlswelten und Berufe hineindenken müssen. Wie kraftraubend und beschämend das sein kann, hat nun auch Superstar Diane Kruger zu spüren bekommen.

Für ihren neuen Film hat sich die Schauspielerin ganz praktisch auf den Alltag als Mitarbeiterin des israelischen Geheimdienstes vorbereitet. Für ihre Rolle als Mossad-Agentin in "The Operative" ("Die Agentin") übernahm sie kleinere private Missionen, wie sie jetzt in der Berlin bei der Vorstellung des Spionage-Thrillers auf der Berlinale sagte.

Wie genau das aussah? "Ich habe einen fremden Menschen auf der Straße dazu gebracht, mich von A nach B zu bringen", sagte Kruger. Ein anderes Mal sei es darum gegangen, buchstäblich bei einem Wildfremden anzuklopfen und unter einem Vorwand auf dessen Balkon zu kommen.

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Diane Kruger: Ein bisschen Mut, ein bisschen Scham

Am Ende habe sie sich schlecht gefühlt, gestand die 42-Jährige, weil sie wirklich nette Menschen notwendigerweise belogen habe. Denn für Agenten gehe es nicht einfach nur darum, einen falschen Namen zu sagen: "Die Identität des Lebens ändert sich", sagte Kruger.

An der Seite von Martin Freeman spielt Kruger in dem Film eine Agentin, die für den israelischen Mossad im Iran spioniert und spurlos verschwindet. Daraufhin macht sich ihr früherer Kontaktmann - gespielt von Freeman - auf die Suche nach ihr. Der Film, der der teilweise in Leipzig und Köln gedreht wurde, läuft auf der Berlinale außer Konkurrenz.

Kruger, 1976 im niedersächsischen Algermissen geboren, gelang 2004 mit dem Film "Troja" der Durchbruch. Seither wirkte sie in zahlreichen Hollywood-Produktionen mit - unter anderem in "Inglourious Basterds" und "Das Vermächtnis der Tempelritter".

Im vergangenen Jahr wurde der Fatih-Akin-Film "Aus dem Nichts", in dem Kruger die Hauptrolle spielte, bei den Golden Globes als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Der Film gewann zudem einen Critics' Choice Award und den Bayerischen Filmpreis.

mxw/dpa



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