Berlin - Oliver Kalkofe hatte gleich zwei imaginäre Pistolen mitgebracht: Auf dem roten Teppich in Berlin machte es der Komiker wie zahlreiche andere deutsche Gäste auf der Premiere von Quentin Tarantinos neuem Film, dem Western "Django Unchained" - er machte vor Fotografen den Pistolen-Poser.
Schauspielerin Julia Dietze ging gemeinsam mit Freundin Nathalie Nowak Rücken an Rücken in Stellung, die beiden sahen dabei mehr nach Bond- denn nach Cowgirls aus. Der Musiker Tobey Wilson tat es, Ex-"GZSZ"-Darstellerin Maike von Bremen, außerdem Schauspieler Werner Daehn. Die eigentlichen Stars des Abends verzichteten hingegen auf die Fingerakrobatik.
Jamie Foxx wärmte sich stattdessen an einem riesigen Gebläse auf dem roten Teppich, Tarantino schrieb Autogramme und feixte mit den Fotografen, Christoph Waltz gab sich mal cool, mal spaßig. Der Österreicher spielt in dem fast drei Stunden langen Western einen deutschstämmigen Kopfgeldjäger, der sich mit einem befreiten Sklaven (Foxx) auf die Suche nach dessen immer noch geschundener Frau macht.
Tarantino, der die Geschichte eigenen Angaben zufolge seit mehr als zehn Jahren im Kopf hatte, schrieb das Drehbuch genau auf Waltz hin. Für eine Rolle in seinen Filmen hängt der Regisseur eigenen Angaben zufolge die Messlatte relativ niedrig. Als Schauspieler müsse man zwei Punkte erfüllen, um auf seiner Liste zu sein, sagte er. "Ich muss dich mögen, und du musst am Leben sein."
Mit Waltz hatte Tarantino zuvor in "Inglourious Basterds" zusammengearbeitet, der Österreicher bekam für seine Darstellung des SS-Manns Hans Landa einen Oscar. Waltz bedankte sich bei Tarantino: "Es fängt alles bei ihm an und hört alles bei ihm auf."
Kerry Washington spielt im neuen Tarantino-Film an der Seite von Waltz. Für ihre Rolle der einst von deutschstämmigen Plantagenbesitzern gehaltenen Sklavin Broomhilda musste sie Deutsch lernen. Dank Waltz war das aber offenbar halb so schlimm. Sie habe "den attraktivsten und coolsten Deutschlehrer überhaupt" gehabt.
In Deutschland kommt der Film am 17. Januar in die Kinos. In den USA lief er bereits an Weihnachten an und wurde für fünf Golden Globes nominiert. Auch bei den Oscar-Nominierungen am Donnerstag kann sich Tarantino Hoffnungen machen.
aar/dpa
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