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22. Februar 2013, 13:40 Uhr

Buch über Dominique Strauss-Kahn

Am Beispiel des Schweins

Halb Mensch, halb Schwein - so charakterisiert die Französin Marcela Iacub Dominique Strauss-Kahn in ihrem Roman. In dem fiktionalen Werk verarbeitet sie nach eigenen Angaben eine Affäre mit dem früheren IWF-Chef. Strauss-Kahn reagierte mit "Abscheu".

Paris - Ein egoistisches, unsensibles Mischwesen aus Mensch und Schwein - so beschreibt die französische Publizistin Marcela Iacub den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in ihrem neuen Buch. Das Werk ist zwar fiktional, doch nach eigenen Angaben verarbeitet die 49-Jährige darin ihre sieben Monate dauernde Affäre mit dem in mehrere Sex-Affären verstrickten Politiker.

Das Buch "Belle et Bête", übersetzt ungefähr "Schöne und Biest", erscheint zwar erst in der kommenden Woche, doch nachdem das Nachrichtenmagazin "Le Nouvel Observateur" Auszüge des Werks druckte, ärgert sich der 63-jährige Strauss-Kahn schon jetzt. In einem Brief an den Gründer des "Nouvel Observateur" kündigte er an, sich gegen die Veröffentlichung zur Wehr setzen zu wollen. Die Anwälte seien schon eingeschaltet.

Er empfinde "Abscheu" für das Verhalten Iacubs, die ihn erst verführt habe, um ein Buch zu schreiben und Gefühle finanziell ausschlachte. Auch wenn der Roman fiktional sei, sei dies ein verachtenswerter Angriff auf seine Person und Würde, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Beziehung zwischen DSK, wie ihn die Franzosen nennen, und der Autorin soll von Januar bis August vergangenen Jahres angedauert haben. Strauss-Kahn hatte damals noch mit Vergewaltigungsvorwürfen zu kämpfen. Das Zimmermädchen Nafissatou Diallo hatte den damaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) beschuldigt, es 2011 in einem New Yorker Hotel zum Oralsex gezwungen zu haben. Ende 2012 wurde der Fall, der Strauss-Kahn sein Amt gekostet hatte, mit einer außergerichtlichen Einigung beigelegt.

Die Juristin und Feministin Iacub ist für ihre provokanten Thesen bekannt. Im Interview mit dem "Nouvel Observateur" sagte sie, Strauss-Kahn sei jedoch kein Vergewaltiger und nicht einmal böse.

Auch Strauss-Kahns Ehefrau Anne Sinclair, mit der er in Trennung lebt, erwägt rechtliche Schritte gegen den "Nouvel Observateur" und die Autorin. Strauss-Kahn und Sinclair, die mittlerweile als Chefredakteurin der französischen "Huffington Post" arbeitet, hatten sich nach der Zimmermädchen-Affäre im Sommer 2012 getrennt.

Für Strauss-Kahn kommt die Veröffentlichung des Buchs besonders ungelegen. Nach diversen Skandalen bemüht sich der 63-Jährige derzeit um ein Comeback. Der Politiker sieht sich jedoch weiteren Anschuldigungen ausgesetzt. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen organisierter Zuhälterei. Es geht um Sexpartys in Paris, Brüssel und Washington, an denen er teilgenommen haben soll. Strauss-Kahn hatte seine Teilnahme an den Partys eingeräumt. Laut seinen Anwälten wusste er aber nicht, dass die anwesenden Frauen Prostituierte waren.

gam/dpa

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