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Donald Sterling über Magic Johnson: "Er sollte sich schämen"

"Er hat Aids!": Entschuldigung à la Sterling Fotos
REUTERS/ CNN/ AC360

Es sollte eine Entschuldigung im TV werden, doch dann war Donald Sterling einfach er selbst. Als sein Gegenüber Magic Johnson lobte, fuhr der 80-Jährige dazwischen. Der Ex-Sportler sei HIV-positiv und somit alles andere als ein Vorbild.

Hamburg - Donald Sterling weiß offenbar, wie man sich entschuldigen muss. Der TV-Sender CNN gab dem wegen rassistischen Äußerungen gechassten Noch-Besitzer der Los Angeles Clippers in einem Interview Raum, um sich zu dem von ihm verursachten Skandal in der NBA zu äußern. Doch statt der anvisierten Mea-culpa-Runde nutzte der 80-Jährige die Gelegenheit vor allem, um weiter auf Basketball-Legende Magic Johnson herumzuhacken.

"Ich bin kein Rassist", begann er das Gespräch mit Moderator Anderson Cooper. Dies vorausgeschickt, äußerte er sich jedoch in der Manier, mit der er selbst den US-Präsidenten fassungslos machte und die ihm eine lebenslange Sperre im US-Basketball bescherte. "Er hat Aids!", fuhr er Cooper an, als dieser sich mühte, Johnsons Errungenschaften im Sport und in der Gesellschaft aufzuzählen.

Bereits in dem skandalträchtigen Mitschnitt des Gesprächs mit seiner damaligen Partnerin V. Stiviano hatte er Johnson erwähnt. Er wolle ihn nicht bei seinen Spielen haben. Bei CNN erklärte er nun auch warum.

"Er tut so heilig", salbaderte Sterling. "Er hat mit jeder Frau in jeder Stadt in Amerika geschlafen." Als bekannt geworden sei, dass Johnson "dieses Aids habe", habe er für ihn gebetet. "Aber ist er ein Beispiel für Kinder?" Der Einwand seines Gegenübers, Johnson sei HIV-positiv, ließ Sterling völlig unbeeindruckt. "Er sollte sich schämen."

Für Dienstag (Ortszeit) hat Cooper Johnson eingeladen. Der Basketball-Titan twitterte bereits als Antwort auf Sterlings erneute Ausfälle, er wolle lieber über die großartigen Play-offs sprechen. "Nach dieser Woche, kein Sterling-Talk mehr."

Rückendeckung bekommt Johnson von NBA-Boss Adam Silver. Nicht dass Magic Johnson es nötig habe, dass er ihn verteidige. Aber er fühle sich "dazu veranlasst, mich im Namen der NBA-Familie bei ihm dafür zu entschuldigen, dass er kontinuierlich in diese Situation gebracht wird."

gam/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 44 Beiträge
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1. Geld steigt zu Kopfe
Mr. Swiss 13.05.2014
Insbesondere in den USA, wo die Einkommensungleichheit wesentlich grösser ist als in der EU z.B. Dank den digitalen Medien werden solche Sozipathen aber wunderbar ausgegrenzt. Da hilft Ihnen auch das ganze Geld nicht mehr.
2. Pfui!
noelkenproettel 13.05.2014
Dieser man ist doch der archetyp des Typisch amerikanischen weißen Rassisten! Mit solchen Äusserungen beweist Herr Sterling das er nichts aber auch garnichts aus der geschichte gelernt hat! Oder spricht da etwa der neid, wenn ich die Äusserung mit der frau in jeder Stadt lese....
3. wahrscheinlich missverstanden
life_is_live 13.05.2014
sicher wollte er nur keine GangMitglieder und HIV-positive, die sich diese Krankheit durch massenhaft ungeschützten Sex verdient haben, bei sich auf der Tribüne haben, was man verstehen kann. Aber diese Hetze jetzt scheint mir eher antisemitischen Ursprungs, alle gegen den reichen Juden.
4. Freie Meinungsäußerung
stalkingwolf 13.05.2014
gibt es nur one-way. Wenn jemand so (komische) Ansichten hat, dann ist dies sein Recht. Warum man ihm aber die Plattform dafür gibt? Vermutlich weil man dann wieder was zu berichten hat. Scheinheilige Medienwelt!
5.
Indigo76 13.05.2014
Zitat von sysopREUTERS/ CNN/ AC360Es sollte eine Entschuldigung im TV werden, doch dann war Donald Sterling einfach er selbst. Als sein Gegenüber Magic Johnson lobte, fuhr der 80-Jährige dazwischen. Der Ex-Sportler sei HIV positiv und somit alles andere als ein Vorbild. http://www.spiegel.de/panorama/leute/donald-sterling-kritisiert-bei-cnn-magic-johnson-wegen-aids-a-969055.html
Wenn man soetwas liest, dann ist es ein Reflex, sich zu empören. Man möchte diesen alten Mann einen Rassisten nennen. Aber nehmen wir seine Äußerung mal sachlich auseinander. Er hat Mr Johnson vorgeworfen, Aids zu haben. Das ist sachlich falsch. Ein Mensch, der HIV positiv ist, hat noch nicht Aids. Abgesehen davon ist das KEINE rassistische Äußerung. Der HI-Virus macht keine Unterschiede bei der Rasse. Jemandem vorzuwerfen, sich diesen Virus einzufangen ist also nicht rassenspezifisch und damit NICHT rassistisch! Er hat Mr Johnson vorgeworfen, kein Vorbild zu sein. Er hat dies an seinem Lebensstil festgemacht, nicht an seiner Rasse. Die Bemerkung war unverschämt aber NICHT rassistisch. Kommen wur zu dem Vorwurf im Ganzen. Es gibt mehr als eine Möglichkeit, sich mit dem HI-Virus anzustecken. Und die allermeisten davon haben nichts mit Selbstverschuldung zu tun. Da kann man natürlich nicht vorwerfen, dass so jemand kein Vorbild ist. Das ist eine Frechheit. Nur wenn man die Gefahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs mit wechselnden Partnern wissentlich und willentlich außer Acht lässt, dann hat Mr Sterling sogar Recht. Doch selbst in diesem Fall gebieten Anstand und Moral, soetwas vielleicht zu denken, aber niemals laut auszusprechen. Zusammenfassung: Mr Sterling mag ein Rassist sein, in diesen Äußerungen ist das nicht zu erkennen. Er bleibt ein unhöflicher Mensch, was auch durch sein hohes Alter nicht zu entschuldigen ist.
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