Doppelt beleidigt Frau verklagt Oliver Pocher - zum zweiten Mal

Ein Witz wird nicht besser, wenn man ihn noch einmal erzählt - höchstens teurer. Nach Zahlung von Schmerzensgeld wegen Beleidigung wurde Moderator Oliver Pocher erneut von seinem "Opfer" verklagt - weil er sich über das Urteil lustig machte.


Hannover/Rinteln - TV-Entertainer Oliver Pocher muss sich wegen Beleidigung einer jungen Frau vor einem Millionenpublikum möglicherweise wieder vor Gericht verantworten. Bereits Anfang 2006 war der Komiker vom Landgericht Hannover zur Zahlung von 6000 Euro Schmerzensgeld an eine heute 31 Jahre alte Angestellte aus Rinteln verurteilt worden, weil er ihr während einer "Wetten, dass..?"- Sendung eine Schönheitsoperation empfohlen hatte.

Im Januar sprach ihn Johannes B. Kerner in seiner ZDF-Sendung auf den Fall an - und Pocher lästerte erneut über das Aussehen der 31-Jährigen. "Herr Pocher ist ein Wiederholungstäter. Wir haben Klage beim Landgericht Bückeburg eingereicht", sagte der Anwalt der Betroffenen, Jörg Bredemeier, und bestätigte einen Bericht der "Neuen Presse".

Seine Mandantin fühle sich gedemütigt, sagte Bredemeier. Sie arbeite im Außendienst und werde seit der öffentlichen Beleidigung vor mehr als drei Jahren immer wieder darauf angesprochen. Im ersten Prozess sah die Richterin in Pochers Scherz ("Du siehst ganz schön alt aus für Dein Alter") eine "erheblich herabsetzende Äußerung".

Der Anwalt des Opfers erklärte jetzt, der 29-Jährige habe sich bei "Kerner" über das Urteil lustig gemacht und zur eigenen Profilierung noch einen drauf gesetzt. Wieder habe er Anspielungen auf eine Schönheitsoperation gemacht. Das Management von Oliver Pocher wollte zu dem Fall keine Stellungnahme abgeben.

dek/dpa



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