Edison Chen: Schauspieler steht wegen "Sexy Photos Gate" vor Gericht

Er knipste sich und seine Gespielinnen in eindeutigen Posen - mehr als 1300 Bilder umfasste die Sexfoto-Sammlung von Edison Chen. Die Bilder kursierten im Netz, auf ihnen zu sehen waren acht der bekanntesten Sängerinnen und Schauspielerinnen Chinas. Nun muss sich Chen vor Gericht verantworten.

Hamburg - Anfang 2008 wurde bekannt, was in China sprachlich etwas unbeholfen unter der Bezeichnung "Sexy Photo Gate" firmiert. Im Internet tauchten damals rund 1300 Fotos auf, die Edison Chen mit zum Teil ebenfalls sehr prominenten Gespielinnen zeigten. Seit dem heutigen Mittwoch muss er sich vor Gericht verantworten.

Sein pinkfarbener Laptop sei von einem jungen Angestellten eines Computerfachgeschäfts durchwühlt worden, wo er das Gerät reparieren lassen wollte, rechtfertigte sich der Schauspieler vor rund einem Jahr. Der Mann sei "zufällig" auf die Bilder gestoßen hieß es damals. Er habe sie kopiert, an einige Kumpels weitergeleitet - und den Skandal ins Rollen gebracht.

Die Fotos hatten in China eine heftige moralische Debatte losgetreten. Vor wenigen Jahren galt Sex im Reich der Mitte als öffentliches Tabu.

Die Polizei nahm insgesamt zehn Personen fest - wegen des Verdachts, an der Verbreitung pornografischen Materials beteiligt gewesen zu sein.

Nun muss sich der gebürtige Kanadier vor Gericht verantworten. Nach seiner Zeugenaussage vor einem Richter in Vancouver, die den Behörden in Hong Kong zur Verfügung gestellt werden wird, sagte Chen, er hoffe, die involvierten Frauen könnten den Fall bald hinter sich lassen.

Seit die Bilder vor rund einem Jahr an die Öffentlichkeit gelangt seien, versuche er, seine eigenen Werte und seinen Verstand wiederzufinden.

Während der Reparatur habe jemand die Bilder gefunden, die er eigentlich gelöscht hatte. Die Fotos seien in gegenseitigem Einvernehmen mit seinen Partnerinnen entstanden, sagte Chen. "Niemand wurde zu etwas gezwungen. Es ist eine Angelegenheit von zwei Leuten, die sich auf etwas geeinigt haben." Er selbst habe die Aufnahmen niemandem gezeigt und habe auch nicht beabsichtigt, dass jemand sie zu Gesicht bekommt.

Chinesischen Reportern, die sich vor dem Gericht versammelt hatten, sagte Chen, er hoffe, dass sich die Opfer der Affäre schnell von den Schäden erholen könnten.

han/AP

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