Luxusauto von Ex-Milliardär Batista Alles muss raus

Eike Batista galt als Glücksritter, er scheffelte Milliarden und stürzte tief. Nach der Pleite macht der deutsch-brasilianische Unternehmer seine privaten Schätze zu Geld - auch seinen weißen Wohnzimmer-Lamborghini.

REUTERS

Hamburg - Noch vor zwei Jahren war Eike Batista einer der reichsten Männer der Welt, er wurde als Vorbild der Unternehmerschaft Brasiliens gepriesen, Politiker zeigten sich gerne mit ihm. Doch dann geriet das Flaggschiff seines Imperiums, das Ölunternehmen OGX Petróleo e Gás Participações, ins Schlingern. Das löste eine Kettenreaktion aus, die auch die übrigen Firmen unter Batistas Regie an den Börsen abstürzen ließ. Heute ist der einstige Milliardär keiner mehr.

Dennoch ist er weiterhin für seine Extravaganzen bekannt. Ein Lamborghini Aventador Baujahr 2012 in Weiß etwa schmückte das Wohnzimmer des Deutsch-Brasilianers. Neupreis: rund 1,3 Millionen Dollar. Doch auch auf diesen Luxus muss der ehemalige Superreiche nun verzichten: Ein Autohändler aus Goiania soll nach Angaben der Nachrichtenseite "G1" für den Wagen, der gerade 2000 Kilometer auf dem Tacho hat, rund eine Million Dollar geboten haben - und Batista habe verkauft.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP wollte die Presseabteilung von Batistas Firmenholding EBX die Information nicht bestätigen. Es wäre allerdings nicht das erste Luxusobjekt, das der Sohn eines brasilianischen Ex-Ministers und einer Deutschen nach seiner Firmenpleite zu Geld machte.

Im vergangenen Jahr verkaufte der 57-Jährige unter anderem einen Hubschrauber und drei Privatjets sowie das legendäre Hotel Gloria in Rio de Janeiro. Das Haus hatte 1922 erstmals seine Pforten geöffnet und war seinerzeit das erste Fünf-Sterne-Hotel des Landes. Batista wollte es renovieren und so auf sechs Sterne bringen. 72 Millionen Dollar soll ihm letztlich dafür gezahlt worden sein.

Auf einem anderen Luxusobjekt blieb Batista hingegen sitzen: Seine Jacht "Pink Fleet" fand keinen Käufer zum Wunschpreis von 19 Millionen Dollar. Sie wurde verschrottet.

vks/AFP



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insgesamt 5 Beiträge
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bauausdo 09.08.2014
1. Haltung!
Es sicher nicht sinnvoll, aber die Haltung imponiert: Wenn ich keine 19 Millionen für den Dampfer bekomme, verschrotte ich ihn lieber. Was hätten auch die Nachbarn denken sollen, wenn da einer mit einem 12 Mio. Pott rumdümpelt. Peinlich. Ich habe übrigens den Eindruck, das Schiff heißt "Spirit of Brasil VII". Zumindest steht das da, wo bei Schiffen so der Name steht. Wahrscheinlich gibt es mehr als ein Schiff, eben die Lila Flotte.
guki 09.08.2014
2. Der Fall (von fallen) Batista
zeigte mir mal wieder, dass, wenn in der Presse einer hochgejubelt wird, was er doch für ein toller Kerl ist, dann ist für mich klar, er ist bald fällig. Diese Phänomen beobachte ich schon lange nur verstanden habe ich es noch nicht. (Middeldorf war auch so ein Aspirant, dessen "Laufbahn" beobachtete ich schon sehr lange, schon länger als er in den USA Manager (übrigens erfolglos) war. Für dessen Abstieg hätte ich vor 15 Jahren bedenkenlos gewettet.
benhutz 09.08.2014
3. Aventador 1,3 Millionen?
Also entweder gibt es in Brasilien horrende Besteuerung von Luxusautos oder es wurde nicht richtig recherchiert. Ein Aventador wird hierzulande normalerweise um ca 380.000 Euro gehandelt...
mat76 10.08.2014
4. Verschrottet
soll heißen, dass Boot wurde in seine Einzelteile zerlegt und diese dann verkauft. So bekommt man vielleicht keine 19Mio, aber immerhin etwas und vor allem verursacht es so keine Kosten mehr
friedberta 10.08.2014
5. Das Phänomen
Zitat von gukizeigte mir mal wieder, dass, wenn in der Presse einer hochgejubelt wird, was er doch für ein toller Kerl ist, dann ist für mich klar, er ist bald fällig. Diese Phänomen beobachte ich schon lange nur verstanden habe ich es noch nicht. (Middeldorf war auch so ein Aspirant, dessen "Laufbahn" beobachtete ich schon sehr lange, schon länger als er in den USA Manager (übrigens erfolglos) war. Für dessen Abstieg hätte ich vor 15 Jahren bedenkenlos gewettet.
beobachte ich auch schon länger und durchaus am Beispiel Middlehoff. Komisch, dass die Presse sowas nicht merkt. Wahrscheinlich ferngesteuert oder unsensibel.
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