Nach Telefonscherz Putin ruft Elton John an - jetzt wirklich

Elton John möchte reden - mit Wladimir Putin, über die Rechte von Homosexuellen. Ein Anruf vom Kreml-Chef stellte sich als schlechter Scherz heraus. Nun hat sich der russische Präsident tatsächlich bei dem Sänger gemeldet.

Elton John: Treffen mit Putin bahnt sich an
AP

Elton John: Treffen mit Putin bahnt sich an


Dass das tatsächlich passieren würde, hätte wohl niemand für möglich gehalten: Wladimir Putin hat Elton John angerufen - und dieses Mal war es wirklich der russische Präsident. Der britische Popstar war vergangene Woche auf den Scherzanruf zweier russischer Comedians hereingefallen, die sich als Putin ausgegeben hatten.

Wie russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf einen Sprecher Putins berichten, soll der Kreml-Chef den Sänger am Telefon darum gebeten haben, wegen des Gags nicht beleidigt zu sein. Putin sei offen für ein Treffen und zu Gesprächen über jedes beliebige Thema bereit.

Sollte es zu einer Begegnung kommen, dürfte es aber nicht irgendein Thema, sondern ein spezielles sein, das im Mittelpunkt steht: Der 68-jährige John setzt sich seit Jahren für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen ein. In einem Interview mit der BBC hatte er Putin in diesem Punkt kritisiert - dieser habe eine "lächerliche" Haltung zum Thema Homosexuellen-Gleichberechtigung. Er würde den Kreml-Chef gerne treffen, sagte John.

Das brachte die Comedians Wladimir Krasnow und Alexej Stoljarow auf die Idee, sich einen kleinen Scherz mit Elton John zu erlauben. Der Sänger hatte offenbar keinerlei Zweifel an der Echtheit des Scherzanrufs - und dankte Putin später auf seinem Instagram-Account für das Gespräch. Der Kreml dementierte alles und forderte die beiden Künstler auf, sich zu entschuldigen.

In Russland trat 2013 ein Gesetz in Kraft, das positive Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit Minderjähriger unter Strafe stellt. Putin betont, es gehe dabei nicht um Sanktionen gegen Homosexuelle, sondern um den Schutz von Kindern. Kritiker beklagen aber, dass das Gesetz Vorurteile und Gewalt gegen gleichgeschlechtlich Liebende fördere und zum Beispiel die Aids-Vorsorge in Russland sehr erschwere.

kis/dpa/AP/Reuters

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