Doppelte Staatsbürgerschaft Emily Blunts Steuer-Stunt

Neu-Amerikanerin Emily Blunt strapaziert die Nerven ihrer Mitbürger. Nachdem sie erst über die Republikaner lästerte, gab sie nun den wahren Anlass für ihre doppelte Staatsbürgerschaft bekannt.

AFP

Britischer Humor ist nicht für jeden. Das musste wiederholt auch Schauspielerin Emily Blunt feststellen. Die 32-Jährige stammt aus Großbritannien, in ihrer Heimat wurde ihr bereits die absolute Ehre zuteil: sie durfte ein Mitglied des Königshauses spielen. Doch seit August hat Blunt neben der britischen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft - und kommt bei ihren neuen Mitbürgern nicht immer gut an.

Kurze Zeit später erklärte sie am Rande eines Filmfests scherzhaft, sie bereue den Schritt, nachdem sie die Präsidentschaftsdebatte der Republikaner im TV gesehen habe. Die Empörung war groß, am größten wohl beim konservativen Sender Fox News, der gleich zur Kampagne gegen Blunt ansetzte.

Die Schauspielerin entschuldigte sich, wenn auch recht halbherzig. Jetzt erklärte Blunt in einem Interview die Hintergründe ihrer Entscheidung - und dürfte dabei nicht gerade die aufgebrachten Gemüter beschwichtigen. Sie habe das "vor allem aus Steuergründen gemacht", sagte sie der "Sunday Times".

Sie habe die Queen nicht ganz aufgeben wollen, sagte Blunt in dem Gespräch. Es sei auch durchaus traurig gewesen, in ein Land eingeschworen zu werden, das nicht das ihre ist. "Es war bittersüß." Zur neuen Staatsbürgerschaft erklärte sie außerdem: "Du musst alles über die Verfassung lernen. Du darfst kein Gewohnheitstrinker oder Mitglied einer Guerillaorganisation sein und man darf keine Prostituierte sein, was eine Schande ist."

Blunt war 2009 nach Kalifornien gezogen, kurz nachdem sie ihren jetzigen Ehemann John Krasinski kennenlernte. Das Paar hat eine Tochter. Seit ihrem Umzug hat die Karriere von Blunt merklich angezogen.

Nach einigen erfolgreichen Hollywood-Produktionen ist sie aktuell in "Sicario" zu sehen (eine Rezension finden Sie am Ende des Texts). Allerdings hätte sie die Rolle fast an einen männlichen Kollegen verloren, wie sie der "Times" sagte. Ein Studio habe den Verantwortlichen gesagt, "wenn sie den Film zu einer männlichen Hauptrolle umschreiben, geben wir ihnen ein größeres Budget". Es gebe in Hollywood eben immer noch den Mythos, dass weibliche Hauptrollen weniger Geld einspielten, so Blunt. "Obwohl wir oft genug bewiesen haben, dass wir Geld einbringen."

Drogen-Krimi "Sicario"

gam



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wll 05.10.2015
1. Kein Titel
Stellt sich die Frage, warum sich ein Staat derlei überhaupt bieten lässt und doppelte Staatsbürgerschaften zulässt. Die ständige Rosinenpickerei ist eine Unverschämtheit gegenüber der autochtonen Bevölkerung, die derlei Möglichkeiten nicht hat. Zudem stellt sich die Frage, welchem Staat gegenüber so jemand eigentlich loyal gegenüber ist. Entweder man bekennt sich ohne Wenn und Aber zum neuen Land oder man lässt die Einbürgerung sein und bleibt bei seiner alten Staatsbürgerschaft.
wish-master 05.10.2015
2.
Kann inhaltlich jedes einzelne Wort von der guten Frau nachvollziehen, aber so was gibt man doch nicht vor laufenden Mikrofonen/Kameras zum besten... Der Artikel erwähnt es am Anfang ja korrekt, das sollte Humor gewesen sein... leider kein massenkompatibler. Aufruhr vorprogrammiert.
Thharp 05.10.2015
3.
Zitat von wllStellt sich die Frage, warum sich ein Staat derlei überhaupt bieten lässt und doppelte Staatsbürgerschaften zulässt. Die ständige Rosinenpickerei ist eine Unverschämtheit gegenüber der autochtonen Bevölkerung, die derlei Möglichkeiten nicht hat. Zudem stellt sich die Frage, welchem Staat gegenüber so jemand eigentlich loyal gegenüber ist. Entweder man bekennt sich ohne Wenn und Aber zum neuen Land oder man lässt die Einbürgerung sein und bleibt bei seiner alten Staatsbürgerschaft.
Was ist das den für eine Neiddebatte?....Man kann sehr wohl gegenüber mehreren Staaten "loyal" sein...Als einer der 2 Staatsbürgerschaften von Geburt habe weiss ich das.
Bondurant 05.10.2015
4. Weil
Zitat von wllStellt sich die Frage, warum sich ein Staat derlei überhaupt bieten lässt und doppelte Staatsbürgerschaften zulässt. Die ständige Rosinenpickerei ist eine Unverschämtheit gegenüber der autochtonen Bevölkerung, die derlei Möglichkeiten nicht hat. Zudem stellt sich die Frage, welchem Staat gegenüber so jemand eigentlich loyal gegenüber ist. Entweder man bekennt sich ohne Wenn und Aber zum neuen Land oder man lässt die Einbürgerung sein und bleibt bei seiner alten Staatsbürgerschaft.
das in den USA egal ist. Bei Einbürgerung müssen Sie den Oath of Allegiance schwören, in dem Sie versichern, alle anderen Loyalitäten als zu den USA in Zukunft abzustreifen. Da ist dann so gesehen unwichtig, ob Sie formal auch noch Bürger eines anderen Landes sind. Das meinen die Amerikaner auch so; möglicherweise hat Ms. Blunt da was nicht richtig mitgekriegt.
nixkapital 05.10.2015
5. ...
Zitat von ThharpWas ist das den für eine Neiddebatte?....Man kann sehr wohl gegenüber mehreren Staaten "loyal" sein...Als einer der 2 Staatsbürgerschaften von Geburt habe weiss ich das.
Wie Sie selbst herleiten müssten geht es hier aber nicht um zwei Staatsbürgerschaften von Geburt an, sondern um zwei Staatsbürgerschaften, um das "hart" erarbeitete Geld in geringerem Maße teilen zu müssen.
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