Aufruf von Prominenten Telefonieren gegen die Waffenlobby

Strengere Waffengesetze scheitern in den USA regelmäßig am Widerstand der Waffenlobby. Emma Stone, Julianne Moore und weitere Stars wollen Bürgern zeigen, wie sie mit einem Anruf dagegenhalten können.

DPA

Emma Stone, Melissa McCarthy, Sheryl Crow, Julianne Moore und viele weitere Stars rufen dazu auf, sich der US-Waffenlobby entgegenzustellen. In einem Video erklären die Prominenten, wie jeder Bürger Kongressabgeordnete anrufen kann, um für strengere Waffengesetze zu werben.

Für viele der Beteiligten war der Massenmord in Las Vegas der Beweggrund, sich zu engagieren. Die Tat in Las Vegas habe alle traurig, ängstlich und wütend gemacht, sagt Stone zu Beginn des Videos.

Auslöser für Moores Engagement war hingegen ein Ereignis im Dezember 2014: Damals starben bei einem Amoklauf an einer Grundschule in Newtown 26 Menschen, fast alle Opfer waren Kinder. Moore sagte "Vanity Fair", ihre damals zehn Jahre alte Tochter habe sie gefragt: "Mama, wurden heute viele Kinder erschossen?"

Wenn sie öffentlich darüber gesprochen habe, erzählte Moore, sei sie vor allem angefeindet worden, sie wolle den Leuten das in der US-Verfassung verbriefte Recht auf Waffenbesitz nehmen. Damals begann Moore, sich für die Organisation Everytown for Gun Safety zu engagieren.

Fotostrecke

8  Bilder
Aufruf gegen Waffenlobby: Rufen Sie an!

Die Vereinigung setzt sich dafür ein, Waffengewalt in den USA zu beenden und das Leben aller Bürger sicherer zu machen. An diesem Ziel arbeiten außer Moore zahlreiche Schauspieler, Musiker, Schriftsteller und Künstler mit.

Nach dem Massenmord von Las Vegas habe man erkannt, dass es nicht reiche zu sagen, etwas Schreckliches sei geschehen, sagte Moore. Stattdessen müsse man dem Einfluss der Waffenlobby, insbesondere der National Rifle Association (NRA), etwas entgegensetzen.

Und das könne jeder tun, der ein Telefon habe. Schritt für Schritt erklären die Prominenten im Video, wie man Abgeordnete aus dem eigenen Wahlkreis erreicht - und was man sagen soll.

Ziel ist es, bis zur nächsten Abstimmung eine Million Nachrichten zu hinterlassen. 2018 wird der Kongress darüber abstimmen, ob die Vorschriften für den Kauf von Schalldämpfern gelockert werden sollen.

Zudem geht es um "Concealed Carry Reciprocity". Das Tragen versteckter Waffen ist in manchen US-Bundesstaaten oder Städten an spezifische Vorgaben gebunden. Sollte "Concealed Carry Reciprocity" Gesetz werden, würden landesweit für Waffenbesitzer die Vorgaben aus deren Heimatbundesstaaten gelten. Befürworter wie die NRA vergleichen das mit einem Führerschein, der auch nicht nur in dem Bundesstaat gelte, in dem man ihn gemacht habe. Kritiker befürchten, dass durch "Concealed Carry Reciprocity" die schwächsten Gesetze landesweit zum Standard würden.

ulz

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.