Cascada beim ESC: Die goldig weibliche Frau Horler

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Lina Schuetze

Wie sehen die denn bitte aus? Modische Höhe- und Tiefpunkte gehören zum Eurovision Song Contest wie der gute alte Käseigel-Gag. Und nun wissen wir auch, in welchem Outfit Cascada-Sängerin Natalie Horler Deutschland vertreten wird. Ob's ihr zum Sieg verhilft? Kenner sind skeptisch.

Hamburg - Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Und sie ist besonders schön, wenn man noch gar nicht genau weiß, was da auf einen zukommt, sondern es nur erahnen kann.

Natalie Horler hat diese Weisheit beherzigt. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hat die Cascada-Sängerin deshalb lediglich kokett angedeutet, in welcher Aufmachung sie Deutschland beim Finale des Eurovision Song Contest zu vertreten gedenkt, das am 18. Mai im schwedischen Malmö über die Bühne gehen wird: "Ich will nicht zu viel verraten, aber farblich wird es auf Goldtöne hinauslaufen, und der Schnitt soll schön weiblich sein."

Was das konkret heißt, konnten Pressevertreter dann aber bereits an diesem Sonntag bei der Bandprobe in Malmö überprüfen. Die Eurovisionseite dokumentierte den Horler-Auftritt mit einer Bildergalerie und schwärmte: "Das nicht ganz knielange "nudefarbene" Outfit ist ziemlich heiß. Über und über mit glitzernden Steinen besetzt, ist es fast bis zum Bauchnabel geschlitzt und natürlich hauteng - mit bodenlanger Schleppe."

Ob heiß oder nicht heiß, ob nun "nudefarben" oder "Goldtöne" - richtig überraschen kann ihre Wahl nicht, wenn man bedenkt, welches Stil-Image Horler in der Öffentlichkeit mit sich herumträgt. Mit dem Farbton "goldig" hat sie ja schließlich nur die Einschätzung ihrer zweifachen ESC-Vorgängerin Lena Meyer-Landrut bestätigt, die die 31-Jährige einmal etwas nassforsch als "Glitzerfrau" bezeichnete; eine Formulierung, die Horler im "FAS"-Interview übrigens selbst als zutreffend beschrieb. Und was das Attribut "schön weiblich" angeht, böte sich beispielsweise das Urteil des Meyer-Landrut-Mentors Stefan Raab als Referenz an, das aber deutlich unzweideutiger ausfiel. Und zwar negativ: Laut "FAS" hat er Horler kürzlich "die Dicke" geschimpft.

Der "Playboy" ist erste Wahl

"Krass" - dass sich Horler über Raabs Worte nicht glücklich zeigte, ist verständlich, ihre insgesamt gelassene Reaktion dafür umso bemerkenswerter: "Solche Aussagen sind natürlich unnötig." Überhaupt scheint Horler ein gesundes Selbstbewusstsein zu haben, was sich auch in ihrem Verhältnis zum eigenen Körper ausdrückt, etwa beim Thema Nacktaufnahmen. Wer Akt-Fotos von sich machen und veröffentlichen lassen wolle, dem empfiehlt Horler den "Playboy" als "erste Wahl". Und warum? Wegen der tollen Fotografen? Nein, aus pragmatischen Gründen: Weil man beim "Playboy" "die beste Retusche" bekomme, "da werden die körperlichen Fehler ausgebügelt, die wahrscheinlich jeder Mensch hat."

Welche das in Horlers Fall sind, war im "FAS"-Interview nicht zu erfahren, wohl aber, dass sie Golf GTI fährt, sich mit der Businessclass im Flieger zufrieden gibt und ihr der ESC schon schlaflose Nächte bereitet hat, obwohl man ja "nicht verrückt werden" dürfe deswegen. Das wäre auch wirklich übertrieben, zumal die Enttäuschung nur umso größer wäre, wenn es am Ende nicht für einen Sieg langt: Verrückt und verloren - wer kann das wollen?

Niemand, auch nicht Natalie Horler. Und die Chancen auf eine Niederlage oder zumindest einen Nicht-Sieg von Cascada stehen ja wohl tatsächlich recht gut, wenn man dem allerorten als Grand-Prix-Experten titulierten Thomas Hermans glauben darf. Er sieht Cascada laut dpa eher auf einem Platz im Mittelfeld. Auch Barbara Schöneberger gab sich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur skeptisch, lobte dafür aber den Style von Horler: "Die Dame wird sicher einen kurzen Rock tragen, mit viel Tüll hinten, oder was mit Wind und passenden Tänzern rechts und links."

Auf jeden Fall werde der Auftritt ein großer Spaß. Wovon wir jetzt einfach auch mal ausgehen wollen.

Hinweis der Redaktion: Nach dem Auftritt Cascadas bei der Bandprobe in Malmö haben wir diesen Text aktualisiert.

tdo/dpa

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