Bilal Hassani Frankreichs ESC-Kandidat wird homophob attackiert

Bilal Hassani singt erfolgreich, vertritt Frankreich beim ESC - und ist schwul. Der 19-Jährige wird deshalb angefeindet. Nun hat der Musiker reagiert.

Bilal Hassani
AFP

Bilal Hassani


In seinem wechselweise auf Englisch und Französisch gesungenen Lied wirbt Bilal Hassani für Akzeptanz. "Wenn ich träume, bin ich ein König", heißt es darin. Doch seit der 19-Jährige mit "Roi" (König) am Wochenende den ESC-Vorentscheid gewann, sieht sich Frankreichs Kandidat für den European Song Contest (ESC) massiven Anfeindungen ausgesetzt.

Bilal Hassani trägt platinblonde Haare, eine Nickelbrille - und ist homosexuell. Nun werde der Musiker mit marokkanischen Wurzeln als "Pädophiler" oder als "Schande" für Frankreich oder den Islam beschimpft, teilte sein Anwalt der Nachrichtenagentur AFP zufolge mit. Der Sänger habe deswegen Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Conchita als Vorbild

Hassanis Unterstützer zählen laut Bayerischem Rundfunk bereits mehr als 1500 "beleidigende und diskriminierende" Tweets. Es gebe Aufrufe zu Gewalt oder sogar Mord, sagte der Anwalt AFP zufolge. Er habe sich deshalb wegen "Beleidigung, Aufruf zum Hass und zur Gewalt sowie homophoben Drohungen" an die Strafverfolgungsbehörden gewandt.

Künstlerisch - und vielleicht auch im Umgang mit solchen Schmähungen - hat Hassani laut BR ein Vorbild: den österreichischen ESC-Star Conchita. Mit der Coverversion von "Rise Like a Phoenix" der Kultfigur wurde Hassani in der Sendung "The Voice Kids" überhaupt erst bekannt. Inzwischen folgen ihm Hunderttausende auf YouTube und in den sozialen Medien.

Unterstützung erhält Hassani auch von der Organisation Urgence Homophobie, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt. In Anlehnung an den Songtitel twitterte sie unter anderem: "Du bist ein König."

apr/AFP

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