Skandal-Auftritt ESC-Flitzer droht Haftstrafe

Er sprang auf die Bühne und zeigte seinen nackten Hintern: Ein Flitzer sorgte beim Eurovision Song Contest in Kiew für Aufregung. Der Mann ist kein Unbekannter - und muss sich auf eine Gefängnisstrafe einstellen.


Für einige Zuschauer war es der lustigste Moment des ganzen Eurovision Song Contest - für andere einfach ein großes Ärgernis: Die ukrainische Vorjahressiegerin Jamala sang gerade ihr neues Lied, als ein Mann mit umgehängter Australienflagge auf die Bühne sprang, die Sängerin tanzend umkreiste und schließlich seine Hose runterzog, um einem Millionenpublikum aus ganz Europa seinen nackten Hintern zu präsentieren. Kurz darauf zerrten Ordner den Mann von der Bühne.

Doch der vermeintliche australische Flitzer war in Wahrheit offenbar ein Ukrainer: Der Ex-Journalist Vitalii Sediuk ist als Promi-Stalker schon weltweit bekannt. Der 28-Jährige soll auch diesmal hinter der Aktion stecken, wie australische und ukrainische Medien berichten. Auch der ESC-Veranstalter, die European Broadcasting Union, bestätigte dies.

Sediuk kam bereits den Sängerinnen Adele und Madonna näher, als diese wollten. Er küsste den Schauspieler Will Smith und umarmte Leonardo DiCaprio auf Knien. 2016 versuchte er in Paris, den Po von Kim Kardashian zu küssen. Sein früherer Arbeitgeber, der ukrainische Fernsehsender 1+1, warf ihn vor drei Jahren raus, nachdem Sediuk bei den Filmfestspielen in Cannes 2014 unter das Kleid von Schauspielerin America Ferrera gekrochen war.

Sediuk musste wegen seiner Aktionen schon mehrmals vor Gericht und wurde zu drei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt, nachdem er Brad Pitt auf dem roten Teppich vor einer Filmpremiere ins Gesicht gegriffen hatte.

Fotostrecke

12  Bilder
Sängerin Levina: Vom Vorentscheid zum vorletzten Platz

Diesmal dürfte die Strafe womöglich höher ausfallen. Laut der Nachrichtenagentur dpa drohen Sediuk in der Ukraine bis zu fünf Jahre Haft. Innenminister Arsen Awakow machte schon mal klar, was er von Sediuk hält: "Vorerst kann diese Schande des Landes seinem 'Hobby' in der Zelle des Untersuchungsgefängnisses nachgehen", ließ der Minister mitteilen. Das würde er ihm aber nicht raten.

Fotostrecke

34  Bilder
Eurovision Song Contest: Die Bilder aus Kiew

stk/dpa



insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
der_durden 14.05.2017
1. Celebrate Diversity
Bis zu 5 Jahre Haft? Für was? Das Motto soll Toleranz vermitteln. In solchen Ländern sind das aber sowieso nur Worte. Man will sich mit den Werten der anderen teilnehmenden Staaten messen und wird dem natürlich nicht gerecht. Man will es nicht mehr. Der ESC ist schon immer ein Hofieren von totalitären Regimen.
bullet69 14.05.2017
2.
Die Aktion war in der Tat die beste Szene bei diesem Rumgejaule-Event. ok gelogen, die Performance der 3 Electro-Frauen mit der traditionellen Instrumenten Kombo war der eigentliche Gewinner dieses zweifelhaften Musigeschmacksabend. Aber leier sind die nur als Begleitung aufgetreten.
j.oder 14.05.2017
3. Gerechterweise
Blöd gelaufen, wenn er schon in dieser Position war, hätte er auch seinen Darm "darüber" entleeren können, dann würde es keine Anzeige geben, bzw. würde zurückegezogen werden - Nobel-Preis-ler in Sachen Kultur sollten geschützt werden. ESCape !
Saturn48 14.05.2017
4. Dieser Mann
hat damit gezeigt was dieser ESC ihm bedeutet nämlich nichts. Wäre ich dort gewesen und hätte die Möglichkeit gehabt ich wäre dabei gewesen . Gefängnis für so etwas nein da gibt es schlimmere Verbrechen. Bin solidarisch mit ihm .
alex300 14.05.2017
5. Nackter Arsch beim ESC
Was, bitte, ist hier besonderes? Allerdings, finde ich die Entscheidung Israels, die Beteiligung an diesem Mumpitz zu beenden, ist die einzig richtige.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.