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Boxlegende angezählt: Evander Holyfield vergleicht Schwule mit Behinderten

Evander Holyfield: Kritik nach schwulenfeindlichen Sprüchen Fotos
Getty Images

Ex-Boxweltmeister Evander Holyfield hat in der britischen Reality-Show "Celebrity Big Brother" Schwule mit Behinderten verglichen. Noch während der Sendung gab es einen heftigen Rüffel für den 51-Jährigen. Viele Beobachter fordern jetzt seinen Rauswurf aus der Sendung.

London - Nach schwulenfeindlichen Sprüchen im britischen Fernsehen steht der ehemalige Profiboxer Evander Holyfield in der Kritik. In der Reality-TV-Sendung "Celebrity Big Brother" hatte der US-Amerikander Homosexuelle mit Behinderten verglichen und sie als "nicht normal" bezeichnet. Sie könnten ihre sexuelle Orientierung ändern, wenn sie wollten.

Der 51-Jährige war darauf von den Produzenten der Channel-5-Sendung ermahnt worden. Seine Ausdrucksweise sei für viele Menschen extrem beleidigend gewesen, teilte man ihm laut "Daily Mirror" mit.

Für manche Beobachter ging der Rüffel allerdings nicht weit genug: Sie fordern nun den Rauswurf Holyfields aus dem Fernsehformat. "Schande", twitterte etwa der britische Sänger Boy George: "Ich habe Mr. Evander Holyfield so bewundert. Er schien ehrenwert zu sein. Ich war mir sicher, dass er cool, schlau und ein ganz Großer ist."

Fassungslos gab sich über Twitter Ian Hyland, Fernsehkritiker beim "Daily Mirror". "Ich kann nicht glauben, dass Evander Holyfield nicht hinausgeworfen wurde", schrieb er. "Channel 5 hat es wirklich versaut."

"Richtige und falsche Dinge"

Der Nachrichtenagentur Press Association zufolge hatte sich Holyfield vor der Kamera mit "Celebrity Big Brother"-Kandidatin Luisa Zissman über ein mögliches Coming-out homosexueller Boxer unterhalten. Dabei hatte der US-Amerikaner klargestellt, dass er Homosexualität nicht für normal halte. "Die Bibel sagt uns, dass es richtige und falsche Dinge gibt", führte der bekennende Christ aus.

Dabei verglich Holyfield Homosexuelle ausdrücklich mit Behinderten. Wenn man etwa mit einer Missbildung geboren sei, "was machst du dann?", fragte er rhetorisch - und lieferte die Antwort dazu gleich mit: "Du gehst zu einem Arzt und lässt dich behandeln!" Zissman versuchte laut Press Association mehrfach erfolglos, das Thema zu wechseln.

Als der Ex-Boxer später zum Rapport im sogenannten Diary Room erscheinen musste und wegen seiner Äußerungen von der Redaktion ermahnt wurde, gab er sich kleinlaut - und deutete an, er habe die Kameras um sich herum vergessen. "Es war einfach eine Unterhaltung, die wir geführt haben", sagte er. "Ich wollte ihr nur meine Meinung sagen."

rls/dpa

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