Ex-Bundespräsident: Wulffs neues Leben

Er war 598 Tage Bundespräsident, dann wurde es still um Christian Wulff. Einem Bericht zufolge zeigt sich der CDU-Politiker inzwischen wieder in Berlin, wo er zwei bis drei Tage in der Woche in einem Übergangsbüro arbeitet - und bei Freunden übernachtet.

Ex-Präsident Wulff: Das Leben danach Fotos
dapd

Berlin - Beim Großen Zapfenstreich, der feierlichen Verabschiedung am 8. März 2012 im Park von Schloss Bellevue, gingen viele auf Distanz zu Christian Wulff. Auch die vier noch lebenden Altpräsidenten Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Horst Köhler sagten ihre Teilnahme ab. Der 598-Tage-Bundespräsident zog sich anschließend zurück.

Vier Monate nach seinem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten hat sich Wulff knapp zwei Kilometer entfernt vom Schloss Bellevue eingerichtet: An zwei bis drei Tagen in der Woche arbeitet Wulff laut "Bild am Sonntag" ("BamS") in einem vorläufigen, 40 Quadratmeter großen Büro im Bundestagsaltbau Wilhelmstraße 60, wo Margot Honecker einst ihren Dienstsitz hatte.

Die Räumlichkeiten seien eine Übergangslösung, berichtet "BamS". Sie würden so lange genutzt, bis die Renovierung des neuen, repräsentativeren Büros abgeschlossen sei, hieß es. Wulff pendele zwischen Niedersachsen und Berlin und wohne in der Bundeshauptstadt im Hotel oder bei Freunden. Mit einigen der Freunde koche er abends gemeinsam - so wie am 8. März dieses Jahres nach dem Zapfenstreich zu seiner Verabschiedung.

Treffen mit internationalen Politikern

Zudem hat er wieder Kontakt zu internationalen Spitzenpolitikern, wie "BamS" berichtet. Demnach traf sich der CDU-Politiker am Freitag auf dessen Wunsch hin mit dem tschechischen Präsidenten Václav Klaus, am Montag soll er den türkischen Botschafter in Berlin treffen.

Der 52-Jährige war am 17. Februar nach einer wochenlangen Affäre zurückgetreten. Vorwürfe wegen möglicher Begünstigungen durch befreundete Unternehmer hatte er zurückgewiesen, aber Fehler eingeräumt. Wulff war so kurz im Amt wie kein anderer Bundespräsident.

Büro und Mitarbeiter in Berlin stehen dem Ex-Bundespräsidenten vorerst bis Jahresende auf Staatskosten zur Verfügung. Wie es 2013 weitergeht, muss der Bundestag in den Beratungen über den Haushalt neu entscheiden.

jjc/dpa

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