Ex-Fußballer Paul Gascoigne: "Ich hoffe, morgen nicht zu trinken"

Sein Leben mutiert zum Kampf gegen die Sucht: Paul Gascoigne, früherer englischer Weltklasse-Fußballer, nimmt einen erneuten Anlauf gegen seine Alkoholkrankheit. Mitten im Entzug spricht er über Details seines elendigen Abstiegs - schonungslos und erschütternd.

London - Der frühere Skandal-Fußballer Paul Gascoigne unternimmt im Kampf gegen seine Alkoholsucht einen neuen Anlauf zum Entzug - und will bizarre Rauscherlebnisse früherer Tage endgültig hinter sich lassen. "Ich muss diesen Kampf gewinnen. Jeden Tag werde ich damit konfrontiert", sagte der 57-malige Nationalspieler Englands der "Sun".

Derzeit hält sich "Gazza" in einer Klinik für Suchtkranke auf, die vom ehemaligen Fußball-Profi Tony Adams gegründet wurde. "Ich kann nicht sagen, dass ich in meinem Leben nie mehr Alkohol trinke. Aber ich kann sagen, dass ich zurzeit nichts trinke und hoffe, morgen nicht zu trinken", sagte Gascoigne, der auch regelmäßigen Kokain-Konsum zugab: "Ich glaube, dass ich aber diese Abhängigkeit überstanden habe."

Der ehemalige Mittelfeldspieler berichtete, dass er in seiner Krisenzeit dreimal in einem Jahr in die Psychiatrie eingeliefert wurde und keine eigene Wohnung besaß. Der Ex-Kicker habe in Hotel-Zimmern gelebt, aus denen er regelmäßig rausgeworfen wurde. "Ich habe mir eine Spielekonsole gekauft und 24 Stunden am Tag gespielt und Alkohol getrunken", so Gascoigne.

Der Ex-Profi des italienischen Traditionsvereins Lazio Rom und von Tottenham Hotspur berichtete von bizarren Rauscherlebnissen in seiner Suchtphase. "Eines Tages habe ich meinen Vater angerufen und ihm gesagt: Mach dich fertig, wir gehen in den Madison Square Garden. Dort spielen wir Schach gegen Präsident Bush und Präsident Clinton. Dann habe ich meinen Vater noch einmal angerufen und erzählt, dass Bush abgesagt hätte."

Ein anderes Mal habe er sich zwei Papageien aus Plüsch gekauft und sich mit der Zeit eingebildet, die Stofftiere könnten sprechen. Eines Tages ging er in eine Bar und bestellte drei Bier, "eins für mich und zwei für die Papageien".

Bereits in seiner aktiven Zeit hatte "Gazza" mit Schlägereien, Drogen- und Alkohol-Eskapaden abseits des Platzes immer wieder von sich Reden gemacht. Trotzdem war er für viele ein Idol während der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 - und ist es bis heute.

jjc/dpa/sid

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