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Haartransplantation bei Christian Lindner: FDP legt deutlich zu

Scheitelschummel: Lindners Haar schafft die Fünfprozenthürde Fotos
DPA

Verblüffend, dass es vorher keinem aufgefallen ist: FDP-Vize Christian Lindner hat sich seine Geheimratsecken wohl chirurgisch richten lassen. Gut eine Woche nach der verpatzten Bundestagswahl fällt er mit fluffig-blickdichtem Scheitel auf - und bestätigt den Eingriff indirekt per Twitter.

Hamburg/Düsseldorf - Interviews will er dann doch nicht geben. Muss man wohl verstehen: Bei der Bundestagswahl vor einer Woche fuhr die FDP das furchtbarste Ergebnis ihrer Geschichte ein; 600 Mitarbeiter verloren auf einen Schlag ihren Job, als die Partei den Einzug in den Bundestag verpasste. Christian Lindner ist nun die große, gelbe Hoffnung, im Dezember soll der Mann Bundesvorsitzender werden. Da plaudert man nicht gern über Hormone und Haarfollikel.

"Im Moment hat er andere Sorgen", sagt dann auch Lindners Büroleiterin auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Tatsache ist aber: Wer Fotos des 34-Jährigen aus den vergangenen zwölf Monaten nebeneinanderlegt, sieht die wundersame Mehrung einiger Pinselsträhnchen zum fluffig-blickdichten Politikerscheitel. Zuerst aufgefallen war der neue Liberalen-Look offenbar der "Bild"-Zeitung. "FDP-Lindner hat jetzt seine Haare schön", meldete das Blatt und fügte lobend hinzu: "Keine Geheimratsecken, volleres Haar am Hinterkopf". Ursache sei offensichtlich eine Haartransplantation.

Dabei werden nicht nur die Haare selbst verpflanzt, sondern auch die sogenannten Follikel - jene Strukturen in der Kopfhaut, die die Haarwurzel umschließen und das Haar dort verankern. Die Spenderfollikel entnimmt der Arzt samt Haut am Hinterkopf; später stanzt er Löcher an die Stellen, wo das neue Haar wachsen soll, und setzt die Follikel ein.

Bekenntnis per Twitter

Mit dem Schritt zur Transplantation befindet sich Lindner in bester Gesellschaft. Erst kürzlich hatte ein entsprechendes Bekenntnis von BVB-Trainer Jürgen Klopp für Aufsehen gesorgt. Auch von Englands Fußball-Nationalstürmer Wayne Rooney ist bekannt, dass er seine beginnende Altherrenplatte mehrfach chirurgisch mit Echthaar bepflanzen ließ.

Auf eines dieser Vorbilder berief sich Lindner am späten Montagabend dann auch per Twitter - und bestätigte damit indirekt die Transplantation. "Um es mit Jürgen Klopp zu sagen: 'Ich finde, das Ergebnis ist ganz cool geworden, oder?'"

Tatsächlich muss man dem Mann zugutehalten, dass es sich um eine höchst dezente Schopf-Schummelei handelt. Die hohe Stirn ist immer noch da, und wer kein intimer Kenner des lindnerschen Haarwuchses ist, dem dürfte ohne Fotovergleich kaum eine Änderung auffallen. Wohltuend hebt sich der FDP-Vize damit ab von einem anderen Politiker, der ebenfalls zum Mittel der Transplantation griff. Italiens greller Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ließ sich bereits 2004 volles Haar auf die Glatze pflanzen - und sieht seither aus, als hätte man ihm die Tolle mit Filzstift aufgemalt.

rls

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