Fernsehfehde Palin schimpft Letterman "sexuell pervertiert"

Wenn es Sarah Palin nicht gäbe - die US-Fernsehlandschaft wäre um eine Top-Attraktion ärmer. Die Ex-Vizepräsidentschaftskandidatin legte sich nun öffentlich mit Talkshow-Star David Letterman an, weil der Witze über ihre Tochter gemacht hatte.


New York - Für Alaskas Gouverneurin Sarah Palin hat der Spaß endgültig aufgehört. Die republikanische Politikerin liefert sich gerade einen öffentlichen Schlagabtausch mit dem gewitzten TV-Talker David Letterman, weil der sich über ihre Tochter lustig gemacht hatte. Eine alberne Auseinandersetzung, bei der Palin eine denkbar schlechte Figur abgibt.

Letterman hatte sich im Eingangsmonolog seiner Show über einen Familientrip der Palins nach New York lustig gemacht - und war offenbar davon ausgegangen, dass die Gouverneurin von ihrer Tochter Bristol, 18, begleitet wurde.

Die Palins besuchten in New York unter anderem ein Spiel des Baseballteams Yankees, bei denen auch der notorische Frauenheld Alex Rodriguez spielt.

Letterman witzelte, im siebten Inning (Spielabschnitt) sei Palins Tochter von Rodriguez "ausgeknockt" worden - wobei der Begriff "knocked up" im Englischen auch "geschwängert" bedeutet. Ein Seitenhieb gegen Bristol Palin, die ihre erzkonservative Mutter während des Wahlkampfes in Verlegenheit gebracht hatte, als sie schwanger wurde, ohne verheiratet zu sein.

Was Letterman offenbar nicht bewusst war: Nicht Bristol, sondern ihre 14-jährige Schwester Willow war im Baseball-Stadion anwesend.

Die Palins reagierten empört. Palins Ehemann Todd teilte in einem Statement mit: "Witze über die Vergewaltigung meiner 14-jährigen Tochter sind widerlich."

Und die Gouverneurin kommentierte die Scherze als "sexuell pervertierte Kommentare eines 62-jährigen männlichen Stars".

Letterman reagierte in der darauffolgenden Show verschmitzt: "Ich bin 62 Jahre alt, aber ich bin doch kein Star."

Der Witz sei natürlich nicht auf Willow Palin gemünzt gewesen, sagte Letterman weiter. "Ich würde das nie machen. Ich finde sowas nicht komisch." Ja, er habe schlechten Geschmack bewiesen, sagte Letterman. "Habe ich auch andeuten wollen, dass eine 14-Jährige wahllos Sex hat? Nein."

Seine Einladung, die Palins könnten gern in seine Show kommen, um Missverständnisse auszuräumen, lehnte eine Sprecherin der Politikerin säuerlich ab: "Die Palins haben nicht die Absicht, Herrn Letterman einen Quotenrekord für seine Sendung zu bescheren. Außerdem wäre es wohl besser, Willow von Herrn Letterman fernzuhalten."

pad/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.