Hollande-Liebesaffäre "Herr Präsident, meiden Sie den Motorroller"

Nach den Enthüllungen kommen die Werbegags: Mehrere Firmen haben in Frankreich die Liebesaffäre von Staatspräsident François Hollande für sich entdeckt. Mit dabei ist auch der Autovermieter Sixt - der hat schon häufiger Politiker ungefragt für Reklame eingespannt.

REUTERS

Paris - In Frankreich haben mehrere Firmen die enthüllte Liaison von Staatspräsident François Hollande mit der Schauspielerin Julie Gayet in Werbekampagnen aufgegriffen. "Herr Präsident, meiden Sie das nächste Mal den Motorroller", schreibt etwa der deutsche Autovermieter Sixt in einer Anzeige auf seinem französischen Internetauftritt. Weil die Affäre durch Bilder bekannt wurde, auf denen Hollandes heimliche Fahrten auf einem Roller zu seiner Geliebten zu sehen sind, schreibt der Konzern weiter: "Sixt vermietet Autos mit getönten Scheiben".

Es ist nicht das erste Mal, dass die Münchner Firma Prominente ungefragt mit provokanten Slogans für sich einspannt. Hollande ist allerdings nicht in der Sixt-Anzeige abgebildet - anders war es bei Politikern wie Angela Merkel und Christian Wulff, die schon für Werbeanzeigen herhalten mussten. Oskar Lafontaine war wegen eines solchen Motivs 2004 gegen den Autoverleiher vor Gericht gezogen, im vergangenen Jahr sorgte außerdem eine Reklame mit dem Konterfei Gustl Mollaths für Aufsehen. Nachdem die Kritik aufkam, die Anzeige greife in Mollaths Persönlichkeitsrechte ein, entschuldigte sich der Konzern im August in einem persönlichen Brief.

Die aufgedeckte Liebesaffäre von François Hollande indes nutzen auch andere Unternehmen für ihre Werbung. Der Autovermieter Drive veröffentlichte in einer Werbeanzeige eine Karte mit eingezeichneter Route vom Elysée-Palast zu der Wohnung, in der sich Hollande mit seiner Geliebten getroffen haben soll. Nur rund fünf Euro koste die Fahrt. "Bei solch niedrigen Preisen sollten Sie sich für Diskretion entscheiden", rät die Firma.

Anspielung auf den Wahlkampf 2012

Die Dating-Seite Be2 nahm sich hingegen des Schicksals von Hollandes betrogener Lebensgefährtin Valérie Trierweiler an, die nach den Enthüllungen zu Hollandes Eskapaden in ein Krankenhaus eingeliefert worden war: "Valérie, die Zeit für den Wandel ist jetzt", riet die Firma auf ihrer Homepage. Damit spielte sie auf Hollandes Wahlkampf 2012 an, in dem er mit ähnlichen Slogans gegen Präsident Nicolas Sarkozy angetreten war.

Hollande selbst soll mit seiner Affäre auch Werbung betrieben haben - das wird ihm jedenfalls von unerwarteter Seite vorgeworfen: Der Inhaber eines Motorradsalons des französischen Autobauers Peugeot stört sich laut "Neuer Zürcher Zeitung" daran, auf welchem Roller Hollande zu den Treffen mit seiner Geliebten gefahren sein soll. "Mit Freude haben wir erfahren, dass der Staatspräsident einen Dreirad-Scooter für seine persönlichen Fahrten nutzt", schrieb der Mann demnach Frankreichs Industrieminister in einem Brief. "Unsere Freude wird jedoch dadurch getrübt, dass der Scooter des Präsidenten italienischer Produktion ist."

mxw/AFP

insgesamt 5 Beiträge
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Streitaxt 21.01.2014
1. Die Neue
ist irgendwie Modell Trierweiler nur in jünger. Er bleibt seinem Beuteschema treu. Was Berlusconi kann, sollte Hollande doch auch können. Berlusconis Frau hat jedenfalls Konsequenzen gezogen und die Italiener mit großer Verspätung auch. Adieu M. President......
Sabi 21.01.2014
2. made in France
Zudem ist heraus gekommen, dass das dreirädrige Moped, auf dem Monsieur le Président als Sozius sass die italienische Marke Piaggio trug. Man wirft Hollande fehlenden Patriotismus vor, da er auch ein ähnliches Fahrzeug von Peugeot nutzen könnte, aber nicht tat......
panzerknacker51, 21.01.2014
3. Peugeot?
Zitat von SabiZudem ist heraus gekommen, dass das dreirädrige Moped, auf dem Monsieur le Président als Sozius sass die italienische Marke Piaggio trug. Man wirft Hollande fehlenden Patriotismus vor, da er auch ein ähnliches Fahrzeug von Peugeot nutzen könnte, aber nicht tat......
Bloß nicht, der kennt seine Leute; zu unzuverlässig. ;-)
licorne 21.01.2014
4. Büro des Präsidenten
Im Internet kursiert das Gerücht, dass Valerie Trierweiler bei ihrer 'crise' im Büro im Elysé Palast für 3 Mio € alte, kostbare Vasen, Uhren Möbel etc zerdeppert hat. Eine Seite, die das meldet, ist nicht mehr erreichbar, aber bei 'économie matin' wird darüber berichtet.
002614 21.01.2014
5. Das klappt immer wieder
In Italien und in Frankreich scheint es das Prinzip zu geben: Wenn in der Politik nichts positives geleistet wird, dann muß eben eine Frauengeschichte die Seiten der Gazetten füllen. Und damit scheint das "Volk" dann ja auch zufrieden zu sein.
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