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Musiker Stefan Aaron: Pianist auf fliegendem Teppich

"Orange Piano Tour": Auf fliegendem Teppich nach München Fotos
C-tracks/ Florian Hagena

Er ist Pianist und Abenteurer: Stefan Aaron spielte schon auf der Chinesischen Mauer Klavier. Jetzt plant er den nächsten spektakulären Auftritt - auf einer Art fliegendem Teppich über dem Münchner Flughafen.

München - Stefan Aaron hebt ab, bleibt aber trotzdem auf dem Teppich: Auf einer Aluminium-Konstruktion, die an einen fliegenden Teppich aus Tausendundeiner Nacht erinnert, will der Pianist mit seinem Klavier am übernächsten Montag (21. Juli) auf dem Münchner Flughafen einschweben - unter einem Hubschrauber hängend. Der Auftritt in seiner Heimatstadt ist für den Musiker die vierte Station seiner "Orange Piano Tour", die ihn und sein orangefarbenes Klavier an außergewöhnliche Orte auf der ganzen Welt führen soll.

Auf dem 4206 Meter hohen Alphubel im schweizerischen Saas-Fee hat Stefan Aaron schon gespielt, auch auf der Chinesischen Mauer und dem Preikestolen in Norwegen, einer natürlichen Felsplattform 604 Meter über dem Lysefjord nahe Stavanger. Nun also der fliegende Teppich.

Gegen 18 Uhr will Stefan Aaron dicht am Besucherhügel des Münchner Flughafens vorbeischweben, anschließend auf dem Vorfeld West landen und dort ein Konzert geben. Auf dem Hügel werden auch Leinwände aufgebaut sein, so dass die Besucher von dort das ganze Spektakel verfolgen können. Wie bei den früheren Stationen seiner Tour hat er für den Ort einen Titel komponiert - den "Munich Airport Soca"-Song.

SPIEGEL ONLINE: Herr Aaron, Sie haben den ersten Probeflug im Allgäu gemacht. Wie fliegt es sich auf Ihrem Teppich?

Aaron: Erstaunlich gut. Es ist einfach wahnsinnig toll, die Aussicht zu genießen und dabei Klavier zu spielen. Der Teppich liegt sehr ruhig in der Luft, schwebt ganz sanft. Das hatte ich mir alles viel dramatischer vorgestellt. Vor allem, weil der Teppich bei einem ersten Test an einem Kran ziemlich stark geschwankt hat. Da habe ich Angst vor der eigenen Courage bekommen und bin nachts durch Albträume aufgewacht. Ich bin ja Musiker und kein Stuntman.

SPIEGEL ONLINE: Jetzt ist die Angst aber weg?

Aaron: Seit dem Probeflug definitiv. Wir haben die Seile auf 40 Meter verlängert. Das stabilisiert den Teppich, und wir gehen so dem Abwind des Helikopters aus dem Weg. Außerdem habe ich mit Udo Ramm einen ganz erfahrenen Piloten. Der setzt mich und das Klavier butterweich ab.

SPIEGEL ONLINE: Wie sind Sie und das Klavier auf dem fliegenden Teppich gesichert?

Aaron: Das Piano ist festgeschraubt, mein Sitz auch. Und dann bin ich noch angeschnallt, mit Gurten wie sie auch Fallschirmspringer benutzen. Klar, es bleibt ein Restrisiko, auch weil so etwas noch niemand vorher gemacht hat. Aber mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass die Autofahrt zum Startplatz deutlich gefährlicher ist als der Flug auf dem Teppich.

SPIEGEL ONLINE: Wo bekommt man eigentlich einen fliegenden Teppich her?

Aaron: Ich bin mit einer Zeichnung zu einem Schlosser gegangen und habe gefragt, ob er mir so etwas bauen kann. Er dachte erst, ich will ihn veralbern, war dann aber total begeistert und hat nach Rücksprache mit einem Statiker die Aluminium-Konstruktion für den Teppich gebaut - 270 Kilo schwer, sieben Meter lang, drei Meter breit. Der könnte locker zwei Autos tragen, also sollten das 250 Kilo schwere Klavier und ich kein Problem sein.

SPIEGEL ONLINE: Anders als bei früheren Auftritten mit dem orangefarbenen Klavier ist diesmal ein Konzert mit den Stücken der kompletten Tour geplant, nicht nur ein einzelner Song. Warum?

Aaron: Ich möchte meine Musik stärker in den Mittelpunkt rücken, nicht nur den Stunt. Deshalb auch das aufwendige Arrangement mit einer Tänzergruppe, einem Streicherquartett, einem Chor mit 25 Leuten und einer Band.

SPIEGEL ONLINE: Gibt es schon Pläne für die fünfte Station der "Orange Piano Tour"?

Aaron: Ich bin gerade in Verhandlungen mit Vietnam, noch ist aber nichts festgezurrt. Klar ist, dass ich auf jeden Fall Europa verlassen werde. Und auf einem Wolkenkratzer möchte ich spielen.

Die Fragen stellte Jens Witte

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insgesamt 6 Beiträge
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1.
Kunstgriffe 10.07.2014
Das richtige Marketing hat er ja drauf ... Ähem, kann er denn auch spielen und lohnt sich das Zuhören oder ist das nicht wichtig, weil dort, wo er spielt eh keiner hinhören kann? :-)
2. Blödsinn
artjoel 10.07.2014
Was für ein unglaubliche absurde Unternehmung, ein Piano hin und her mit ein Hubschrauber durch die Natur und dann behaupten er ist Musiker und Abenteuer, der Gipfel des Kitsch.
3. Das kann ich auch
Spiegelwahr 10.07.2014
Da jeder Hubschrauberlärm jedes Klavier übertönt, ist das Können des Klavierspielers ohne Bedeutung, denn man wird vor lauter Lärm nichts hören. Ich kann nicht klavierspielen, aber gut schauspielern, nehmt mich, es wird keiner merken.
4. Konzert wird auf auf Leinwand übertragen
clicklac 10.07.2014
uf dem Hügel werden auch Leinwände aufgebaut sein, so dass die Besucher von dort das ganze Spektakel verfolgen können. Wie bei den früheren Stationen seiner Tour hat er für den Ort einen Titel komponiert - den "Munich Airport Soca"-Song.
5. er sollte mit einem zeppelin fliegen.
augennichttrauer 10.07.2014
dann hat er wenigstens chancen, dass man ihn hört. nette idee. schlecht geplant.
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