Bildertrend "Teoing": Niemanden in den Arm nehmen

Wer den Schaden hat, braucht für den Internettrend nicht zu sorgen: Footballspieler Manti Te'o will eine Beziehung zu einer Freundin unterhalten haben, die gar nicht existierte. Und auf einmal ist es total in, Bilder mit einer imaginären Partnerin im Arm zu posten.

New York - Manti Te'o ist derzeit in US-Sportmedien etwa so präsent wie Lance Armstrong. Der Radfahrer wegen seines Doping-Geständnisses, Footballspieler Te'o wegen der Enthüllung, dass seine vermeintlich verstorbene Freundin gar nicht existierte. Te'o war in der abgelaufenen Saison der Star des Teams der Universität Notre Dame. Er wurde zu einem der besten Spieler der Saison gewählt und gilt als eines der größten Talente bei dem kommenden Draft, der Auswahl durch Profiteams.

In den vergangenen Monaten war Te'os Geschichte eine der rührendsten in der Sportwelt: Seine Großmutter und Freundin starben innerhalb eines Tages, worauf Te'o einige seiner besten Saisonleistungen ablieferte. Die Universität, Fans und selbst Gegner unterstützten ihn. Doch nun zeigt sich: Die Großmutter starb tatsächlich, aber die angebliche Partnerin gab es gar nicht, sie existierte nur online. Und es ist unklar, ob Te'o nur Opfer eines makaberen Scherzes wurde - wie er und die Universität glauben machen wollen - oder selbst in die Geschichte verwickelt ist, um sich Publicity und Sympathien zu sichern.

Eines ist ihm nun in jedem Fall sicher: jede Menge Spott. Im Internet kursieren bereits zahlreiche Bilder, auf denen Personen eine imaginäre Freundin umarmen, küssen oder ihr sogar auf Knien einen Heiratsantrag machen. Auf Twitter finden sich unter dem Hashtag "Teoing" zahlreiche entsprechende Einträge, auf einer Tumblr-Seite werden die Fotos gesammelt.

Wenigstens kann sich Te'o damit trösten, dass er nicht der erste Footballspieler ist, der einen Bildertrend auslöst. Tim Tebow, Spieler in der Profiliga NFL, ist dafür bekannt, auf dem Spielfeld zu knien und zu beten. Die Pose ahmten viele Fans in Bildern nach - "Tebowing" war geboren. Und als Tom Brady mit seinen New England Patriots im vergangenen Jahr im Super Bowl gegen die New York Giants verlor, saß er bedröppelt auf dem Rasen. Auch dies wurde vielfach imitiert - und "Bradying" zum Begriff dafür.

ulz

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1. Ein Fall für die Zwangstherapie?
El Plagiator 18.01.2013
Eine Gehirnerschütterung zu viel und die Welt ist voll mit Bildhübschen Frauen die plötzlich sterben sobald man sie anderen zeigen will. Ja, Football muss sicherer werden.
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