Neues Foto von Prinz George Die niedliche Waffe

Das britische Königshaus hat ein neues Familienfoto mit Prinz George veröffentlicht. Während Royalfans ob des niedlichen Knaben dahinschmelzen, wittern Beobachter diplomatisches Kalkül: Es handle sich um die Präsentation der schärfsten Waffe gegen Antimonarchisten.


London - Wie glücklich! Wie entspannt! Wie süß! Und ein Hund! Royalfans frohlocken: Das Königshaus hat ein neues Foto veröffentlicht von Prinz William, Herzogin Kate, dem acht Monate alten Prinzen George und Lupo, dem Hund. Es ist das erste offizielle Foto des Sprösslings seit seiner Taufe im Oktober.

Aus dem Palast verlautete, das Paar sei der Meinung, es sei nun an der Zeit gewesen, dem Volk den Entwicklungsstand des künftigen Königs mitzuteilen. Ein royales Update also, aufgenommen vor zwei Wochen am Kensington Palace in London, Kleinfamilie und Hund schauen aus der gemeinsamen Wohnung heraus.

Nebeneffekt solcher Aktionen ist immer, dass der Hunger des Boulevards nach neuen Bildern gestillt wird. William und Kate sind sehr bemüht, die Yellow Press von ihrem Kind fernzuhalten. Doch glaubt man britischen Beobachtern, steckt noch ein ganz anderer Plan hinter der Veröffentlichung: Das Bild sei die Kombination von Niedlichkeit und knallharter Diplomatie.

Treffen mit dem Kaninchennasenbeutler

Nächste Woche steht die erste offizielle Auslandsreise zu dritt an. Es geht in die Commonwealth-Staaten Neuseeland und Australien. Und dort werden die drei unter anderem von Republikanern empfangen. Die wollen die royale Präsenz im eigenen Land und die damit verbundene Aufmerksamkeit nutzen, um ihre Abneigung gegen die Monarchie einem größeren Publikum näherzubringen.

Und da kommt Prinz George ins Spiel: Er sei, schreibt der "Telegraph", die "nicht besonders geheime Waffe" gegen Republikaner in den Commonwealth-Staaten.

Die größte Bedrohung für Antimonarchisten sei es, wenn deren Protestrufe bei öffentlichen Auftritten der Royals übertönt würden vom Gurren begeisterter Eltern. Und auch die mediale Präsenz ihres Protests könnte leiden: "Ein einziges Foto des kleinen Prinzen mit einem Koalabär könnte sie um 20 Jahre zurückwerfen."

Man muss allerdings sagen, dass ein Foto mit einem Bilby, einem gefährlich süßen Kaninchennasenbeutler, wahrscheinlicher ist: Der Zoo von Sydney hat ein Exemplar nach George benannt, es wird erwartet, dass die Familie das Tier besuchen möchte.

Der Alptraum der Antimonarchisten

Geschichte wiederholt sich: William war etwa im Alter von George, als er das erste Mal von seinen Eltern auf eine offizielle Reise mitgenommen wurde. Es ging ebenfalls nach Australien. Das war 1983, William, so berichtet es der "Telegraph", begann auf dieser Reise zu krabbeln, und sein Vater Charles plauderte munter darüber, was der Kleine auf seinem Weg alles mit sich reiße.

Solche Nachrichten wären es, die nun auch der Reise von William, Kate und George zum diplomatischen Erfolg verhelfen würden. Weil George allerdings schon des Krabbelns mächtig ist, spekuliert der "Telegraph", der Knabe werde womöglich seine ersten Schritte in Australien oder Neuseeland gehen. "Selbst die eingefleischtesten Republikaner würde zumindest kurz ein Gefühl von Stolz befallen, wenn ihr künftiger König auf ihrem Boden das Gehen lernt."

In Neuseeland bereitet man sich derweil auf den hohen Besuch vor. Bei einem der ersten Termine wird die Kleinfamilie in Wellington auf andere Eltern treffen, deren Kinder ziemlich genau gleich alt sind wie George. Veranstalter ist eine Organisation, die sich um die Entwicklung von Kindern bis fünf Jahren kümmert. Mitarbeiterin Helen Clifton sagte dem "Telegraph": "Es wird für den Herzog und die Herzogin eine authentische Erfahrung sein, wie es ist, Teil einer Krabbelgruppe zu sein. Ich glaube, das kennen sie bisher nicht, vielleicht ist es sogar Georges erste Krabbelgruppe."

Das wäre ein weiterer Alptraum für alle Antimonarchisten: der kleine George inmitten von Kleinkindern. Nicht nur niedlich, sogar volksnah.

bim



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ginebra 30.03.2014
1. Der arme Kleine
Zitat von sysopDPA/ Jason Bell/ Camera PressDas britische Königshaus hat ein neues Familienfoto mit Prinz George veröffentlicht. Während Royalfans ob des niedlichen Knaben dahinschmelzen, wittern Beobachter diplomatisches Kalkül: Es handle sich um die Präsentation der schärfsten Waffe gegen Antimonarchisten. http://www.spiegel.de/panorama/leute/foto-von-george-william-und-kate-der-kleine-prinz-a-961524.html
noch kein Jahr alt und schon wird er als Waffe eingesetzt!
acyonyx 30.03.2014
2. Der Zustand....
....der Antiroyalisten zeigt sich hier. Wer ein Kind als Waffe empfindet kämpft wirklich auf verlorenem Posten!
Iggy Rock 30.03.2014
3. Niedliche Dinge
Och ist der Hund süß! Was hat Wilhelm eigentlich mit seinen Haaren angestellt, vor kurzem trug er doch noch Platte?
hjcatlaw 30.03.2014
4. Es ist kein Geheimnis,
dass die Queen die königliche Familie als Unternehmen bezeichnet und entsprechend professionell führen lässt. Und demgemäß werden wohl auch Profis im Breich Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz kommen, die sicherlich genau wissen, was sie tun. Dass Prinz George dabei nicht nur eine Nebenrolle spielt, war doch zu erwarten.
Joerg grimm 30.03.2014
5.
Zitat von sysopDPA/ Jason Bell/ Camera PressDas britische Königshaus hat ein neues Familienfoto mit Prinz George veröffentlicht. Während Royalfans ob des niedlichen Knaben dahinschmelzen, wittern Beobachter diplomatisches Kalkül: Es handle sich um die Präsentation der schärfsten Waffe gegen Antimonarchisten. http://www.spiegel.de/panorama/leute/foto-von-george-william-und-kate-der-kleine-prinz-a-961524.html
Das schlimmste was es fuer Antimonarchisten gibt: Ein Thronfolgerehepaar das gnadenlos nett und normal ist, und damit dem gesamten Mittelstand eine Identifikationsflaeche bietet: William hat seine Mutter sterben sehen wegen all dem Filefanz. Kate ist eine Buergerliche. Alles das genaue Gegentei der becknackten Eskapaden der letzten dreissig Jahre. Ich bin beileibe kein Royalfan, aber diese beiden sind durchaus ertraeglich.
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