Spekulationen um Frau von Scientology-Chef Fernsehstar stellt Vermisstenanzeige

Shelly Miscavige ist ein Rätsel: Seit Jahren ist die Frau von Scientology-Chef David Miscavige nicht mehr öffentlich aufgetreten. Jetzt wurde sie bei der Polizei als vermisst gemeldet - von Leah Remini, Hauptdarstellerin der TV-Serie "King of Queens".

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New York - Eine Frau kämpft gegen Scientology: Vor einigen Wochen trat die US-Schauspielerin Leah Remini aus der Sekte aus. Nun unternahm die aus der Serie "King of Queens" bekannte 43-Jährige den nächsten Schritt und stellte bei der Polizei eine Vermisstenanzeige. Remini sorgt sich um das Wohlergehen von Shelly Miscavige, der Frau von Scientology-Chef David Miscavige. Diese wurde seit Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

Die Polizei von Los Angeles bestätigte den Eingang der Vermisstenanzeige. Man sei der Sache nachgegangen und habe die Ermittlungen zum Verbleib von Miscavige abgeschlossen. Der Verdacht habe sich als unbegründet erwiesen, sagte ein Polizeisprecher, Shelly Miscavige werde nicht vermisst. Weitere Details gab er nicht bekannt. Laut "New York Daily News" sollen Polizisten sie persönlich getroffen und befragt haben.

Über die Frau des Sektenchefs gibt es bereits seit Jahren Spekulationen. Sie sei 2006 zu einem geheimen Scientology-Anwesen am Lake Arrowhead in den Bergen über Los Angeles gebracht worden und halte sich seither dort auf, berichtete der Journalist Tony Ortega in seinem Blog "The Underground Bunker", das sich kritisch mit der Sekte auseinandersetzt. Dort, schreibt Ortega, lebe sie mit rund einem Dutzend weiterer Mitglieder, die als Risiko eingeschätzt würden, abgeschottet von der Außenwelt. Remini befürchtet laut dem Magazin "Hollywood Reporter", Shelly Miscavige könne sich nicht frei bewegen und werde möglicherweise dort festgehalten.

Einer der Gründe für Reminis Ausstieg bei Scientology sollen die harschen Reaktionen auf ihre Nachfragen zum Verbleib der Frau des Sektenchefs gewesen sein, berichtete die "New York Post". Anschließend habe Remini unter verschärfter Beobachtung gestanden. Die Schauspielerin wunderte sich demnach darüber, dass Miscavige im Jahr 2006 nicht bei der Hochzeit des prominenten Scientology-Mitglieds Tom Cruise mit Katie Holmes anwesend war - und das, obwohl ihr Mann dem Paar als Trauzeuge zur Seite stand.

Die Vermisstenanzeige sei "reine Schikane", sagte ein Scientology-Sprecher. Die Sekte hatte bereits in der Vergangenheit ein Verschwinden von Miscavige dementiert. Die Frau des Chefs arbeite "ohne Pause" für Scientology, hieß es. Zu ihrem genauen Aufenthaltsort machte die Sekte jedoch keine Angaben. Gegründet wurde Scientology 1954 von L. Ron Hubbard in den USA. Grundlage war das von Hubbard veröffentlichte Buch "Dianetik - Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit".

wit/Reuters

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