Für ein ganzes Leben Christoph Schlingensief heiratet Mitarbeiterin

Hochzeit in poetischem Ambiente: Christoph Schlingensief hat seine Mitarbeiterin Aino Laberenz geheiratet. Die Trauung fand in Schloss Hoppenrade in der Mark Brandenburg statt, an dem schon Schriftsteller Theodor Fontane Gefallen fand.


Berlin - Christoph Schlingensief hat seine langjährige künstlerische Mitarbeiterin Aino Laberenz, 28, geheiratet. Der an Krebs erkrankte, 48-jährige Berliner Regisseur wurde nach dpa- Informationen am Samstag auf Schloss Hoppenrade bei Meseberg in der Mark Brandenburg im Familien- und Freundeskreis standesamtlich getraut. Dem nach der Wende sanierten Schloss Hoppenrade hat bereits der Schriftsteller Theodor Fontane in dem Band "Fünf Schlösser" ein ausführliches Kapitel gewidmet.

In der ARD-Talkshow "Beckmann" hatte Schlingensief im April 2009 gesagt, die gemeinsame Zeit für beide, die sie nach der Hochzeit hätten, sei ein ganzes Leben, "und sei es für drei Stunden oder nur 30 Sekunden, das ist dann ein Leben". Bei dem Künstler wurde Anfang 2008 Lungenkrebs diagnostiziert. Mit einem speziellen Krebsmedikament wurden die Metastasen inzwischen zum Verschwinden gebracht. Das erlaube "einen optimistischen Blick nach vorn", aber es gebe auch unliebsame Nebeneffekte, wie sein Verleger Helge Malchow bei der Vorstellung von Schlingensiefs "Tagebuch einer Krebserkrankung" im vergangenen April sagte.

Schlingensief, der von 2004 bis 2007 in Bayreuth mit seiner "Parsifal"-Inszenierung für Furore gesorgt hatte, verfolgt seit geraumer Zeit seinen Plan für ein eigenes Festspielhaus in Afrika, wofür er bereits Erkundungsreisen nach Burkina Faso und Mosambik unternahm. Dafür erhält er auch Unterstützung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), dem Goethe-Institut sowie der Bundeskulturstiftung. Das Festspielhaus soll sowohl afrikanischen als auch Künstlern anderer Kontinente zur Verfügung stehen. Dafür ist Schlingensief auch mit dem schwedischen und teilweise in Afrika lebenden Schriftsteller Henning Mankell in Kontakt.

Zu dem afrikanischen Projekt hatte Aino Laberenz bei Beckmann gesagt: "Wir haben dieses Abkommen, wenn alles Scheiße ist, wenn gar nichts mehr geht, wenn es so aussieht, dass er klar stirbt, habe ich ihm versprochen, dass wir dann gemeinsam nach Afrika fahren, und man hier die letzten Stunden verlebt."

Zuletzt hatte Schlingensief in verschiedenen Theater-Inszenierungen ("Die Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" und "Mea culpa") bei der Ruhrtriennale in Duisburg und am Wiener Burgtheater seine Krebserkrankung künstlerisch verarbeitet.

rom/dpa



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