Hamburg - Einige wunderten sich, dass Zhang Ziyi nicht in Cannes war. Die berühmte chinesische Schauspielerin, die in Europa vor allem mit den Filmen "Die Geisha" und Ang Lees "Tiger & Dragon" bekanntgeworden ist, fehlte bei der Premiere ihres neuen Werks. Ihre Kollegin Cecilia Cheung präsentierte die chinesische Adaption von "Gefährliche Liebschaften", Zhang Ziyi verzichtete sogar auf die Präsentation der Goldenen Palme. Offizielle Begründung: Chinas Star-Schauspielerin sei mit den Dreharbeiten für ihr nächstes Projekt beschäftigt.
Doch wie nun bekannt wurde, hat die 33-Jährige gerade ganz andere Sorgen: Zhang Ziyi wehrt sich gegen Medien, die Prostitutionsgerüchte über sie verbreiten. Inzwischen hat sie sogar eine Anwaltskanzlei eingeschaltet.
Die Hongkonger Kanzlei Hadlanes richtet sich mit ihrem Schreiben, das auf dem chinesischen Kurznachrichtendienst Sina Weibo veröffentlicht wurde, gegen das in Hongkong ansässige Boulevardblatt "Apple Daily" und dessen Bericht, dass Zhang Ziyi für Sex mit einem Politiker Millionen erhalten haben soll. Laut der Online-Ausgabe von "E! News" hatte die Zeitung einen Bericht von der in den USA angesiedelten chinesischen Webseite Boxun.com aufgegriffen. Mehrere Medien des chinesischen Festlands und Taiwans hätten sich der Berichterstattung angeschlossen. Quellen nannte jedoch keines der Medien.
"Die Anschuldigungen sind gänzlich falsch und verleumderisch", ließ Zhang Ziyi über einen Sprecher "E!News" mitteilen. "Hinter den Anschuldigungen stecken berechnende und grausame Absichten." Sie werde gegen die Berichte vorgehen.
Die Anwaltskanzlei forderte eine komplette Zurücknahme der Behauptung und eine öffentliche Entschuldigung bis zum 30. Mai 2012. Sie behielt sich das Recht vor, Schadensersatzforderungen einzuklagen.
"The New Yorker" wirft die Frage auf, ob es sich vielleicht um ein Komplott gegen die Schauspielerin und den Politiker handelt. Feinde hätten beide genug, hieß es in der Internetausgabe am Donnerstag. Auch müsse berücksichtigt werden, dass chinesische Medien oft sehr schnell mit der Verbreitung von Gerüchten seien.
Der Autor thematisierte außerdem das Fernbleiben der Schauspielerin in Cannes: Berichten zufolge sollen in China Ermittlungen gegen sie laufen und sie das Land nicht verlassen dürfen.
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