Geldstrafe Ex-Nationaltorwart Eike Immel verurteilt

Ab heute gilt Eike Immel als vorbestraft: Das Amtsgericht im mittelhessischen Kirchhain hat den ehemaligen Fußball-Nationaltorwart wegen Betrugs zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte sich von einem Rentner Geld geliehen und nicht zurückgezahlt.


Kirchhain - Er hat Privatinsolvenz angemeldet, sein monatliches Nettoeinkommen beträgt 1200 Euro: Das Gericht verurteilte Immel zu 5200 Euro - 130 Tagessätzen à 40 Euro. Damit gilt der 47-Jährige als vorbestraft. Er selbst erschien nicht zur Verhandlung.

Vorbestrafter Eike Immel: "Trotz aller Publicity verdient der Angeklagte eine ganz normale Behandlung"
DDP

Vorbestrafter Eike Immel: "Trotz aller Publicity verdient der Angeklagte eine ganz normale Behandlung"

Immel hatte sich im Juni 2004 von einem Rentner aus seinem Heimatdorf Erksdorf bei Marburg 15.000 Euro geliehen, die er innerhalb von vier Wochen zurückzahlen und verdoppeln wollte. Dabei habe er den unzutreffenden Eindruck erweckt, zahlungsfähig zu sein. Der Rentner sah nie einen Cent wieder.

Da Immel keine Vorstrafen hat, hielt Richter Joachim Filmer eine Geldstrafe für ausreichend: "Trotz aller Publicity verdient der Angeklagte eine ganz normale Behandlung wie jeder andere auch." Zudem sei die ursprünglich vereinbarte Verdopplung des Kredits innerhalb von vier Wochen ohnehin Wucher gewesen.

Damit hat das Gericht den im Mai 2007 verhängten Strafbefehl von 150 Tagessätzen à 100 Euro herabgesetzt, gegen den Immel Widerspruch eingelegt hatte.

Frühere Verhandlungstermine hatte Immel unter anderem wegen seiner Teilnahme am RTL-Dschungelcamp in Australien verpasst. Medienberichten zufolge wollte sich der Europameister von 1980 damit eine dringend notwendige Hüftoperation finanzieren.

Der 47-Jährige zählte jahrelang zu den besten deutschen Torhütern. Zwischen 1980 und 1988 stand er 19-mal im Tor der Nationalmannschaft. Bis Dezember 2005 arbeitete er als Torwarttrainer beim türkischen Fußballclub Fenerbahce Istanbul.

jjc/ddp/dpa



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