Sicherheitswahn auf Luxusanwesen George Clooney legt sich mit englischen Nachbarn an

George Clooney mag seine Anwesen gern geräumig. Und sicher. Der Plan, sein Gut in England mit 18 Sicherheitskameras auf bis zu sechs Meter hohen Masten zu schützen, stieß auf wenig Gegenliebe bei den Nachbarn.

DPA

Reizend, reizend, mag sich George Clooney gedacht haben, als er bei Dreharbeiten zu "The Monuments Men" das idyllische Dorf Fingest im englischen Buckinghamshire kennenlernte. Als dann ganz in der Nähe ein Anwesen aus dem 17. Jahrhundert zum Verkauf stand, griff der Hollywoodstar zu: Er kaufte "The Mill House" am Ufer der Themse, ein Landhaus mit neun Schlafräumen und acht Bädern, dem obligatorischen Kamin, jeder Menge Marmor und wunderbaren Ausblicken auf eine gepflegte Gartenlandschaft.

Das Dorf Sonning-on-Thames ist etwa 65 Kilometer von London entfernt und im besten Sinne beschaulich. Hier hat schon der Magier und Löffelverbieger Uri Geller ein Haus erworben. An richtig große Hollywoodstars ist man allerdings nicht gewöhnt. Und das bekamen Clooney und seine Frau Amal jetzt zu spüren: Wie der "Guardian" berichtet, planen der Schauspieler und die Anwältin, ihr 14-Millionen-Pfund-Anwesen mit Überwachungskameras zu bestücken. In guter, alter Londoner Tradition, könnte man meinen, ist doch die Hauptstadt genau dafür berüchtigt.

Clooney will aber nicht eine, zwei oder drei Kameras installieren, sondern 18. Die elektronischen Augen sind gegen Vandalismus geschützt und können in jede Richtung gelenkt werden. Sie sollen auf Holzmasten montiert werden - der Lokalzeitung "Henley Standard" zufolge in vier, fünf und sechs Metern Höhe. Eine unfassbare Verletzung ihrer Intimsphäre, empörten sich die Nachbarn.

Der Gemeindevorstand sieht das ähnlich: Die enorme Reichweite der Kameras stelle eine potenzielle Verletzung der Privatsphäre der Anwohner dar, die geplanten Masten würden das Panorama verschandeln.

"Ein passenderes Sicherheitssystem könnte mit einer größeren Anzahl nach innen gerichteter, tiefer angebrachter Kameras erreicht werden", lautete der Vorschlag zur Güte von Seiten der Gemeinde.

Die Entscheidung allerdings obliegt dem Bezirksrat in South Oxfordshire. Dessen Baubeauftragter hat die Pläne befürwortet. Es sei nur ausschlaggebend, dass die Kameras schnell wieder abgebaut werden könnten.

Vor zwei Monaten hatte der Bezirksrat bereits Baupläne für einen Swimmingpool, ein Gartenhaus, ein Heimkino mit Erweiterungsbau, ein Haus am Fluss sowie neue Grundstücksbegrenzungen abgenickt. Letzteres unter Protest des Gemeinderats, der die Konstruktionen gern weiter nach hinten verschoben hätte. Das Paar wurde außerdem gebeten, die Größe des Gebäudes am Fluss zu reduzieren, was auch geschah.

ala

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