"Star Trek"-Star George Takei Schwuler Sulu "sehr bedauerlich"

Schauspieler George Takei ist offen schwul. In der Neuauflage der "Star Trek"-Filme soll sein alter Charakter Hikaro Sulu das nun auch sein. Takei ist nicht begeistert.

Getty Images

Auf dem Bildschirm kämpfte er als Steuermann Hikaru Sulu an Bord des Raumschiffs Enterprise gegen Außerirdische, im richtigen Leben hat sich US-Schauspieler George Takei seit Langem einem anderen Kampf gewidmet: dem gegen Hass und Vorurteile gegenüber Menschen mit LGBT-Hintergrund - die also schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender sind.

Nun hätte der 79-jährige Takei eigentlich allen Grund zur Freude - sollte man zumindest meinen. John Cho, sein Nachfolger in der Rolle Sulus, hat verkündet, der Steuermann der Enterprise sei in der Neuauflage der "Star Trek"-Filme auch schwul. In "Star Trek Beyond" gebe es eine Szene, in der Sulu als liebender Vater in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft zu sehen sei.

Laut dem "Guardian" sagte Cho: "Ich mag, dass keine große Sache daraus gemacht wird. Hoffentlich kommen wir als Spezies auch an diesen Punkt, die persönliche Orientierung nicht zu politisieren." Die Szene habe sich Autor Simon Pegg zu Ehren von George Takei ausgedacht, der zu Beginn seiner Karriere seine eigene Homosexualität geheim gehalten hatte.

"Eine Verdrehung von Genes Schöpfung"

Das große Vorbild reagierte jedoch vergrätzt. In einem Interview mit dem "Hollywood Reporter" bezog Takei Stellung zu der Ehrung durch die neue "Star Trek"-Crew. "Ich halte das für sehr bedauerlich", sagte der Schauspieler dem Magazin.

Takei, der sich erst 2005 geoutet hatte, erzählte von einem Gespräch mit Serienschöpfer Gene Roddenberry 1968. Damals habe er mit Roddenberry über die Frage der Gleichberechtigung diskutiert. Der sei ein starker Verfechter von LGBT-Rechten gewesen, habe aber trotzdem einem schwulen Charakter eine Absage erteilt.

"Ich freue mich, dass es einen schwulen Charakter gibt", sagte Takei, der schon vor Monaten in einer Email von den Plänen für den neuen Film erfahren hatte. "Unglücklicherweise ist das eine Verdrehung von Genes Schöpfung." Takei erklärte, Roddenberry habe seine Charaktere sehr durchdacht konzipiert. Bei Sulu sei es von vornherein klar gewesen, dass der Offizier heterosexuell sei. Als er von den Plänen erfahren hätte, habe er versucht die Macher umzustimmen. Anscheinend vergeblich.

Vom "Star Trek"-Team forderte er: "Seid kreativ und erschafft einen neuen Charakter, der schwul ist, statt Sulu, der immer hetero war, auf einmal als schwul zu outen."

Vielleicht geht Takeis Wunsch nach einem originellen schwulen Hauptcharakter im "Star Trek"-Universum ja im nächsten Jahr in Erfüllung. Dann soll eine neue Serie im Fernsehen anlaufen. Nach eigenen Angaben hätte Takei nichts gegen einen neuen Auftritt dort einzuwenden und hatte gleich einen Vorschlag parat. "Es gibt keinen Grund, warum nicht ein uralter, weiser Admiral Sulu auftauchen sollte - oder vielleicht ein Alien, das wie ich klingt."

"Star Trek"-Schauspieler George Takei

cnn



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