Gérard Depardieus Sohn Frankreich trauert um Guillaume Depardieu

Er führte ein Leben im Schatten seines berühmten Vaters: Guillaume Depardieu, Sohn des französischen Schauspielers Gérard Depardieu, ist in Paris im Alter von 37 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Frankreich trauert um den streitbaren Künstler, dessen Leben voller Tiefschläge war.


Paris - Trauer und Bestürzung über den Tod von Guillaume Depardieu: Die französische Kulturministerin Christine Albanel sagte, der 37-Jährige bleibe als "eine reiche und komplexe Persönlichkeit" in Erinnerung. Unvergessen sei seine erste große Rolle an der Seite seines Vaters, 1991 in dem Film "Die siebente Saite" (Tous les matins du monde). Als 20-Jähriger spielte er gemeinsam mit seinem Vater die Hauptrolle in dem Film. Guillaume verkörperte die Figur eines Geigenspielers in jungen Jahren, Gérard Depardieu übernahm die Rolle mit fortgeschrittenem Alter.

Guillaume Depardieu erlag am Montag in einem Krankenhaus bei Garches einer Lungenentzündung. Er war erst am Sonntag von Dreharbeiten in Rumänien zurückgekehrt, bei denen er sich die Krankheit zuzog. In der Nacht zum Montag wurde er ins Raymond-Poincaré-Krankenhaus gebracht, wo ihm die Ärzte aber nicht mehr helfen konnten.

Regisseur Alain Corneau sagte: "Ich habe ihn unendlich geliebt. Er war ein wunderbarer Junge, ein großartiger Schauspieler." 1996 wurde Guillaume Depardieu als talentiertester junger Schauspieler mit einem César ausgezeichnet. Damals hatte er gerade mit dem Film "Die Anfänger" (Les Apprentis) Furore gemacht. Danach folgten unter anderem Rollen in "Der Graf von Monte Christo" (1998) und "Les Misérables" (2000). Zuletzt war er in dem Film "Stella" zu sehen.

Die Beziehung zu seinem Vater beschrieb Guillaume in der 2004 auf Deutsch veröffentlichten Autobiografie "Im Schatten meines Vaters" als Hassliebe. Schon als Jugendlicher war Depardieu auf die schiefe Bahn geraten - er konsumierte Alkohol und Drogen und wurde von einem Jugendgericht verurteilt.

1995 wurde Guillaume Depardieu bei einem Motorradunfall schwer verletzt, ein Koffer war von einem vorausfahrenden Auto heruntergefallen. Er wurde 17 Mal operiert und litt unter Infektionen, die sich durch seinen anhaltenden Drogenkonsum noch verschlimmerten. Gegen den Rat der Ärzte entschied er sich 2003 für eine Amputation des betroffenen Beins. Im gleichen Jahr zerstritt er sich mit seinem Vater.

Während seines Krankenhausaufenthaltes widmete er sich der Musik und verfasste unter anderem eine Oper.

Guillaume Depardieu hat eine Tochter mit der Schauspielerin Élise Ventre, mit der er mehrere Jahre verheiratet war. Vor fünf Jahren war er wegen einer Schießerei zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Im vergangenen Juni verurteilte ihn ein Gericht zu zwei Monaten Haft wegen Trunkenheit am Steuer seines Motorrollers.

han/dpa/AP



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