Gescheiterte Adoption: Madonna verlässt Malawi ohne Nachwuchs

Kein Popstar-Bonus: Nach dem gescheiterten Versuch, ein dreijähriges Mädchen aus Malawi zu adoptieren, hat Madonna den afrikanischen Staat wieder verlassen. Ein Rechtsanwalt sagte, die Popdiva wolle die Entscheidung nun möglicherweise anfechten.

Lilongwe - Der Privatjet stand schon am Flughafen bereit, die lokale Polizei hielt Reporter und Kameraleute von dem Konvoi fern: Madonna hat Malawi kurz nach ihrem zweiten gescheiterten Adoptionsversuch wieder verlassen. Auf dem Arm habe sie ihren Sohn David getragen, der aus dem afrikanischen Staat stammt, sagte ein Polizeibeamter. Die Popikone, 50, wollte ein dreijähriges Mädchen aus Malawi zunächst in Pflege nehmen und später adoptieren. Doch ein Gericht hatte den Antrag kürzlich abgewiesen. In der Begründung hieß es, man müsse sich mindestens 18 bis 24 Monate in dem Land aufhalten, um eine Adoption beantragen zu können. Das trifft auf die US-Amerikanerin mit englischem Wohnsitz jedoch nicht zu.

Die leiblichen Eltern von Chifundo Mercy James sind tot. Die Großmutter sei nicht in der Lage, angemessen für das Kind zu sorgen, argumentierte Madonna. In ihrem Adoptionsantrag hieß es: "Wenn man Chifundo James die Möglichkeit verweigert, von mir adoptiert zu werden, setzt man sie unvermeidbar den Entbehrungen und dem Trauma eines Lebens als Waise aus." Ihr Rechtsanwalt sagte, die Popdiva wolle die Entscheidung nun möglicherweise anfechten.

Verschiedene Menschenrechtsgruppen hatten Madonna zuvor "Kinder-Shopping" vorgeworfen und beschuldigten die Behörden, die Sängerin bevorzugt zu behandeln. Madonna unterstützt in der Region Waisenhäuser und Schulen mit finanziellen Zuwendungen. 2006 hatte sie Chifundo Mercy James erstmals in einem Waisenhaus gesehen.

Im Gegensatz zu ihrer jetzigen Niederlage hatte Madonna 2006 noch Glück gehabt: Den damals 13 Monate alten David Benda durfte sie in Pflege nehmen und wenig später adoptieren. Damals war sie allerdings noch mit dem Regisseur Guy Richtie verheiratet, von dem sie mittlerweile wieder geschieden ist. Ritchie ergriff nun Partei für seine Ex-Frau und schwärmte: "Madonna ist eine phantastische und liebevolle Mutter, die sich intensiv um ihre eigenen sowie um hilfsbedürftige Kinder kümmert. Ich bin traurig, dass ihr Antrag zurückgewiesen wurde", zitierte ihn die Zeitung "Daily Telegraph" am Samstag.

Madonna hat neben dem adoptierten David noch zwei leibliche Kinder: Lourdes Maria aus der Verbindung mit dem kubanischen ehemaligen Fitnesstrainer Carlos Leon und Rocco John aus der Ehe mit Guy Ritchie.

hei/AP/Reuters

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