Gillian Anderson als Geheimagentin? Bond. Jane Bond.

Wer wird der nächste James Bond? Diese Frage wurde schon viel zu oft unbefriedigend beantwortet. Nun hat sich eine alte Bekannte ins Rennen gebracht.

DPA

Auf der hysterischen Suche nach dem nächsten James Bond hat sich die Diskussion bislang vorrangig um "Luther"-Darsteller Idris Elba und Tom Hiddleston gedreht. Doch nun wirft eine neue Person den Hut in den Ring, eine, die auf jahrelange Erfahrung als Agentin zurückgreifen kann: "Akte X"-Urgestein Gillian Anderson.

"It's Bond, Jane Bond", twitterte die Schauspielerin als Antwort auf Hunderte Fans, die die Idee stundenlang in den sozialen Medien diskutierten. Dazu postete sie eine Fotomontage von sich vor dem bekannten James-Bond-Pistolenmotiv.

Doch Anderson ist nicht die einzige Frau, die ein Auge auf die Rolle geworfen hat. US-Schauspielerin Priyanka Chopra ("Quantico") hatte zuletzt in einem Interview mit dem Magazin "Complex" gesagt, sie würde dauernd danach gefragt. Ihre Antwort: "I wanna be Bond."

Aktuell ist allerdings noch gar nicht klar, ob der Job des Geheimagenten überhaupt frei ist. Vergangene Woche hieß es zwar, der aktuelle Darsteller Daniel Craig habe einen Millionen-Deal für zwei weitere Filme abgelehnt, doch an anderer Stelle hieß es, die Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Sag niemals nie

Egal, wer gerade als nächster James Bond gehandelt wird – der Name von Idris Elba fällt mit fanatischer Regelmäßigkeit. Der 43-Jährige erklärte jedoch, das Gerücht habe sich erledigt. "Wenn es jemals eine Chance gab, dass ich Bond spiele, ist sie verschwunden." Die Gerüchte dürften dazu beigetragen haben. Gespräche mit den Produzenten habe es ohnehin nie gegeben. Und so attraktiv scheint ihm die Vorreiternummer auch nicht mehr: "Wenn ich ihn spiele, will ich nicht der schwarze James Bond genannt werden", so Elba. "Sean Connery war ja auch nicht der schottische Bond."

Pierce Brosnan
dpa 
Der 62-Jährige hat sich bislang als einer der liberalsten Interpreten der Bond-Rolle hervorgetan. Er fände einen schwulen Geheimagenten durchaus interessant, sagte er dem Magazin "Details". Allerdings glaubt er, man solle sich vorsichtig an solche Veränderungen herantasten. Den Anfang könnte ja ein schwarzer Schauspieler machen. "Idris Elba hat definitiv die Physis, das Charisma und die Ausstrahlung." Team: Superliberal.
Roger Moore
dpa 
Roger Moore, 007-mal Bond gespielt, löste mit seinen Äußerungen, Bond solle "englisch-englisch" sein, Empörung bis Unbehagen aus. Ein schwarzer Bond sei zwar eine "interessante Idee, aber unrealistisch". Moore ruderte angesichts der massiven Kritik zurück und erklärte, er sei falsch zitiert worden. In der "Daily Mail" wiederholte er nun jedoch seine Weißer-Hetero-Mann-Theorie. Einen weiblichen oder schwulen Bond werde es "aus dem einfachen Grund nicht geben, weil das nicht das war, was Ian Fleming schrieb". Hm. Aber: Moore ist auch der Überzeugung, dass Timothy Dalton der beste Bond war. Team: Hm, hm.
David Oyelowo
AFP 
David Oyelowo wurde von den Nachlassverwaltern des Bond-Erfinders Ian Fleming persönlich gefragt, ob er den Geheimagenten verkörpern wolle – allerdings nur für die Hörbuchversion. Oyelowo fühlte sich trotzdem geschmeichelt, sagte aber auch: "Ein schwarzer Bond wäre ein kulturelles Ereignis, ein Statement weit über Unterhaltung hinaus." Sein Favorit: Idris Elba. "Er ist ein Leinwand-Titan und hat alle Qualitäten, die man von Bond erwartet." Team: We love Elba.
Anthony Horowitz
dpa
Man könnte meinen, als Autor der Bond-Romane habe Anthony Horowitz ein wenig mehr Feingefühl, was das Casting des neuen Bonds betrifft, aber nein. Idris Elba sei für ihn nicht die richtige Besetzung, er sei ein wenig "zu rau" für die Rolle, ein bisschen zu sehr "Straße". Es dauerte nicht lange, bis Horowitz sich öffentlich entschuldigte. "Es tut mir leid, dass meine Äußerungen über Idris Elba Ärger erregt haben. Ich bin ein Schreiber, kein Casting-Agent, was weiß ich also schon?" Team: Unentschlossen, gezwungenermaßen.
Daniel Craig
AFP 
Daniel Craig, muskulärster, action-lastigster Bond, soll persönlich Idris Elba ins Gespräch gebracht haben. Vor vier Jahren soll er in einem Moment der Unachtsamkeit geäußert haben, Elba würde einen guten Bond abgeben. "Da begann das Gerücht, ich mache Craig dafür verantwortlich", sagt Elba. Mittlerweile hängen Craig seine Rolle (Zitat: "Würde eher die Pulsadern aufschneiden", als in absehbarer Zeit einen weiteren Bond zu drehen) und die Spekulationen offenbar zum Hals raus. "Es ist mir scheißegal, welche Hautfarbe er hat", sagte der 47-Jährige der "Sun". Früher Team Elba, jetzt Team Lasst-mich-in-Ruhe.
Yaphet Kotto
imago/ United Archives
Yaphet Kotto setzte 1973 in "Leben und sterben lassen" als Dr. Kananga dem damaligen Bond Roger Moore zu. Von einem schwarzen 007 hält der 75-Jährige allerdings wenig: "James Bond kann nicht schwarz sein. Zum Teufel mit der politischen Korrektheit, wir müssen bei dem bleiben, was buchstäblich korrekt ist", sagte er. Erfinder Ian Fleming habe Bond als weiße Figur erschaffen, also könne er auch nicht schwarz sein. Es sei lächerlich, alles spielen zu wollen. "Wenn ich sage, dass ich JFK spielen will, sollte ich ausgelacht werden." Team: Zum Teufel mit der politischen Korrektheit!
Kanye West
Reuters 
Kanye West, selbsterklärtermaßen ein Gott und US-Präsidentschaftskandidat 2020, beharrt darauf, dass Elba der perfekte Mann für die Rolle wäre. "Ich kenne Idris ein wenig und er hat großes Talent. Wenn die Rolle des James Bond frei wird, muss es seine sein." West spricht von einer "visionären" Besetzungsentscheidung. Team: Elba for President.
Barbara Broccoli
Getty Images 
Barbara Broccoli ist durch und durch Ian Fleming, ihr Vater kaufte dem Bond-Erfinder damals die Rechte für die Agenten-Romane ab. Sie betont oft, dass man mit Craig endlich wieder einen Sean Connery gefunden habe. In der Vergangenheit hat sie sich zwar verhalten offen für einen schwarzen Bond gezeigt. Allerdings gebe es Grenzen bei der Verfremdung der Buchvorlage, vor allem, was die Sexualität des Spions betreffe. Pierce Brosnan fasste ihre Haltung so zusammen: Er glaube nicht, dass Broccoli einen schwulen Bond zu ihren Lebzeiten auf die Leinwand lasse. Team: Never change a winning team.


insgesamt 141 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gutes_essen 24.05.2016
1. Ja bitte!
Super Idee.
acitapple 24.05.2016
2.
Ja komm, lass stecken. Ne blonde Amerikanerin. Warum nicht gleich ein Bond-Patchwork-Family-Franchise ? Jede ethnische Gruppe bekommt einen Bond und darf sich respektiert fühlen, weil ein Geheimagent ihrer Gruppe die Welt rettet. Diese PC ist sowas von lächerlich und nicht mehr ernst zu nehmen. Wo steht eigentlich geschrieben, dass Bond den aktuellen, ethnischen Zeitgeist repräsentieren muss oder warum fordert niemand eine "Anpassung" von Batman ? Was sagt man wohl zu einer ähnlichen Anpassung bei Porgy and Bess ? Elba, ehrlich jetzt ? Das wäre vor 10 Jahren "vielleicht" eine Option gewesen, aber er hat doch jetzt schon mehr graue Haare als Connery. Schon beim blonden Craig sind die Fans auf die Barrikaden gegangen. Hiddleston und Colin Farrell (war auch schon im Gespräch) taugen eher als Schneider für Bond. Genial finde ich Fiennes als M. Bei Dench hatten auch viele Zweifel, aber sie hat die nötige Autorität reingebracht. Ich votiere für Matthew Goode oder Jack Davenport (obwohl fast schon zu lustig). Die sehen im Smoking auch aus wie ein Bond, nicht wie eine Bondine. Oder spinnen wir mal spaßeshabler rum: Cumberbatch, Rowan Atkinson, Christian Bale, Daniel Day-Lewis ! Oh je, wie sähe der Butcher als Bond aus ?? Irgendwie gruselig...
asdfred 24.05.2016
3.
Schwarz, Rothaarig, Frau. Ist mir egal. Macht mit Bond was ihr wollt. Ich schau sowieso nur die alten Filme bis etwa GoldenEye.
inver 24.05.2016
4. Ich gehe schon lange nicht mehr in all die Männer-Hollywood-Filme!
Ob Männer-Kunst, -Filme oder -Musik, es interessiert mich einfach nicht mehr. Mir fällt auf, dass z.B. Frauen-Musicals sehr erfolgreich sind. Für einen weiblichen Bond ist die Zeit mehr als überfällig!
schelmig13 24.05.2016
5. cool genug...
wäre sie ja und die Bondgirls werden mit Männern besetzt. Das gibt gleich ein völlig eigener Thrill...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.