Landgericht Berlin Gina-Lisa Lohfink darf Vergewaltigungsvorwürfe nicht wiederholen

Gina-Lisa Lohfink warf zwei Männern zu Unrecht eine Vergewaltigung vor und wurde deshalb verurteilt. Nun könnte auch noch eine Schadensersatzklage auf sie zukommen.

Gina-Lisa Lohfink
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Vor gut einem Jahr begann in Berlin ein Prozess, der rasch zu einem großen Thema wurde: Gina-Lisa Lohfink, Sängerin, Model, Society-Girl, musste sich vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen falscher Verdächtigung verantworten. Die damals 29-Jährige hatte behauptet, zwei Männer hätten sie 2012 mit K.-o.-Tropfen betäubt und vergewaltigt.

Lohfink inszenierte sich als Opfer, dem die Justiz nicht glaubt, es entstand eine "Nein heißt Nein"-Kampagne, der Fall fand bundesweit Gehör. Selbst die damalige Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sprang Lohfink bei. Vor Gericht half das nichts, Lohfink wurde verurteilt, im Februar bestätigte das Berliner Kammergericht die Entscheidung endgültig.

Vergleich akzeptiert

Für Lohfink eine schwere Niederlage, zumal sie sogar eine Stiftung für Opfer sexueller Gewalt angekündigt hatte. Nun hat sie sich in einem Zivilverfahren dazu verpflichtet, die Vergewaltigungsvorwürfe nicht zu wiederholen. Einer der beiden Männer hatte vor dem Landgericht Berlin eine Unterlassungsklage angestrengt.

"Ein Vergleichsvorschlag des Gerichts ist von beiden Parteien letztlich angenommen worden", sagte eine Sprecherin des Landgerichts. Das Verfahren sei abgeschlossen.

Lohfink verpflichtete sich laut Vergleichstext "in rechtsverbindlicher Weise" in zwei Punkten: Sie darf erstens nicht mehr behaupten, ihr seien damals K.-o.-Tropfen verabreicht worden. Zweitens darf sie auch nicht sinngemäß sagen, es habe damals gegen ihren Willen Geschlechtsverkehr gegeben.

Christian Gerlach, der Verteidiger des Klägers, kündigte an, sein Mandant werde Lohfink nun auf Schmerzensgeld und Schadensersatz verklagen. "Frau Lohfink hat zwei Jahre lang Lügen über meinen Mandanten verbreitet - und damit Kasse gemacht." Gerlach bezog sich auf das mediale Echo auf das Verfahren, das Lohfink Jobs gebracht habe. "Mit weniger als 100.000 Euro werden wir uns nicht zufriedengeben."



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