Brasilien Ministerin nennt Gisele Bündchen "schlechte Brasilianerin"

Der Umweltschutz in Brasilien könnte unter der neuen Regierung zurückgefahren werden. Das möchte Model Gisele Bündchen verhindern - und wird dafür nun von der Landwirtschaftsministerin des Landes kritisiert.

Gisele Bündchen
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Gisele Bündchen


Gisele Bündchen ist von Brasiliens neuer Landwirtschaftsministerin für ihre Aussagen zum Regenwald und ihren Umwelt-Aktivismus kritisiert worden. Das Supermodel mit brasilianischen Wurzeln sei "eine schlechte Brasilianerin" und schade dem Image des Landes im Ausland, sagte Tereza Cristina Dias laut "Guardian".

Bündchen, die mit dem US-Footballstar Tom Brady verheiratet ist, setzt sich schon lange für den Schutz von Regenwäldern in ihrer Heimat ein. 2009 wurde sie zur Sonderbotschafterin der Uno für Umweltschutz ernannt. Außerdem arbeitete sie an Initiativen für sauberes Wasser mit. Bisher reagierte das Model nicht auf den Kommentar der Ministerin.

Dias hatte sich in einem Radiointerview des Senders Jovem Pan-Radio direkt an das Model gewandt: "Tut mir leid, Gisele Bündchen, du solltest unsere Botschafterin sein, um zu sagen, wie dein Land die Umwelt schützt (...). Komm nicht hierher, um schlechte Dinge über Brasilien ohne Kenntnis der Fakten zu sagen."

Anschließend schrieb die Politikerin auf Twitter, dass Bündchen in Kürze eine Einladung erhalten werde. Demnach könnte das Model gerne als Botschafterin für das Land arbeiten.

Bündchen hatte sich dem "Guardian"-Bericht zufolge wenige Tage nach der Wahl von Bolsonaro gegen dessen Vorschlag zur Zusammenführung des Landwirtschafts- und Umweltministeriums ausgesprochen. Sie hatte den Schritt als "potenziell katastrophal und einen Weg ohne Rückkehr" bezeichnet. Auch andere Umweltschützer fürchten, dass die neue Regierung von Jair Bolsonaro den Umweltschutz vernachlässigen wird.

Schon im Jahr 2017 mischte sich das Model in die Umweltpolitik ihres Heimatlandes ein, sie warf beispielsweise der Regierung vor, den Amazonas an die Privatwirtschaft "zu versteigern".

kmy/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
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lollipoppey 15.01.2019
1. Meine volle Unterstützung für Gisele Bündchen!
Ich finde es gut, dass Sie ihren Status und Bekanntheitsgrad sinnvoll für den Umweltschutz in Brasilien nutzt und sich damit gegen die neue Regierung stellt. Ihr Engagement ist ehrenwert und leider nur noch selten in dem Land zu finden.
diorder 15.01.2019
2. Bündchen als Vaterlandsverräterin ?
Das ist die neue rechtsextreme Sprachregelung aus der nationalverengten Perspektive. Nicht nur in Brasilien. Dabei gehts gar nicht ums Vaterland, sondern um die Profite international agierender Holzkonzerne, denen die jeweilge Heimat völlig unwichtig ist. Von der globalen Zukunft ganz zu schweigen.
Stefnix 15.01.2019
3. Quark!
Zitat von diorderDas ist die neue rechtsextreme Sprachregelung aus der nationalverengten Perspektive. Nicht nur in Brasilien. Dabei gehts gar nicht ums Vaterland, sondern um die Profite international agierender Holzkonzerne, denen die jeweilge Heimat völlig unwichtig ist. Von der globalen Zukunft ganz zu schweigen.
Das hat weder mit rechtsextrem noch mit "nationalverengt" etwas zu tun! Sie sagen es doch selbst, es geht nur um die Kohle, nichts anderes; dafür würden Bolsonaro ihr Land, ihre Großmutter und auch alles andere sonst verkaufen!
Analog 15.01.2019
4. Dieser Bolsonaro,
Zitat von StefnixDas hat weder mit rechtsextrem noch mit "nationalverengt" etwas zu tun! Sie sagen es doch selbst, es geht nur um die Kohle, nichts anderes; dafür würden Bolsonaro ihr Land, ihre Großmutter und auch alles andere sonst verkaufen!
ist einer der wenigen, die seit Jahrzehnten im Parlament sitzen und KEIN Korruptionsverfahren am laufen haben. Einer der Gründe warum er gewählt wurde, die anderen (vorige Regierung) sind noch schlimmer.
geotie 15.01.2019
5.
Zitat von Analogist einer der wenigen, die seit Jahrzehnten im Parlament sitzen und KEIN Korruptionsverfahren am laufen haben. Einer der Gründe warum er gewählt wurde, die anderen (vorige Regierung) sind noch schlimmer.
Was ist besser, sein Leben zu verlieren durch einer der vielen neuen Waffenträger oder wieder mal feststellen, dass da ein Minister seine Taschen vollstopft. Und ob DER wirklich sooo unschuldig ist, sieht man demnächst an seinem Sohn und wie der dafür vor Gericht gerade stehen muss. Übrigens gibt es schon mehrere Homosexuelle etc., die umgebracht wurden. Wie heißt das in den 10 Geboten? Richtig, du sollst nicht töten!
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