Gloria von Thurn und Taxis bei Lanz: Statt "schnackseln" lieber Tennis spielen

Mit ihrer Äußerung übers "Schnackseln" trat Gloria von Thurn und Taxis vor einigen Jahren eine heftige Diskussion los. Nun quetschte Moderator Markus Lanz die Fürstin zu Kondom-Automaten und sexueller Revolution aus. Sie zierte sich - und empfahl Teenagern Sport.

Gloria von Thurn und Taxis: "Das führt echt in die falsche Ecke" Fotos
ZDF

Hamburg - Das Thema der wild gemischten Runde schien recht offen gehalten. ZDF-Moderator Markus Lanz sprach am Dienstag mit seinen Gästen über Politik, Shitstorms und die sexuelle Revolution - und hatte dazu eine illustre Runde aus sehr unterschiedlichen Experten geladen: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, Journalist Nikolaus Blome, Musikproduzent Moses Pelham, 68er-Ikone Rainer Langhans und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis saßen im Studio.

Die Letztgenannte bewies wieder einmal, dass sie eine Freundin des offenen Wortes ist und gab Einblicke in ihr Weltbild. Als das Thema auf Kondomautomaten an Schulen kam, befragte Lanz die Fürstin nach ihrer Meinung dazu und ließ minutenlang nicht locker. Schließlich hatte er sie zu Beginn der Sendung als Frau anmoderiert, "die sehr ernst über ihren Glauben und sehr flapsig über schnackselnde Südländer sprechen kann".

Anfänglich zierte sich die Fürstin noch ein wenig. Kondomautomaten an Schulen finde sie "ziemlich daneben", ehrlich gesagt. Die hätten dort ebenso wenig etwas verloren wie Zigaretten- oder "Haschischautomaten". Auf die Aufforderung von Lanz ihre Meinung ruhig richtig rauszulassen, schmetterte sie ihm ein vehementes "Nö!" entgegen - und brachte ihre Sorge vor einem Shitstorm zum Ausdruck.

Dann legte sie aber doch los.

Als Lanz sie zu den gesundheitlichen Aspekte von Kondomen befragte, antwortete die Fürstin, die in der Sendung darauf verwies, dass sie ein höflicher Mensch sei: "Ich weiß nicht, mit was für Leuten Sie ins Bett gehen…Entschuldigung."

Auf die Erwiderung, es gehe um die Verhütung von Teenagern legt sie mit einer einfache Alternative nach: "Sollen lieber Tennis spielen."

Dann versucht die Fürstin einen Befreiungsschlag: "Das führt jetzt echt in die falsche Ecke. Lassen Sie mich bitte damit in Ruhe. Ich hab schon mit dem Schnackselthema jahrelang Terror gehabt, ich will keinen zweiten Shitstorm erleben", sagte sie, lacht und versucht abzulenken. "Ich bin hier eingeladen worden, weil es geheißen hat, ich darf über meine Schlossfestspiele reden. Jetzt fragen Sie mich wieder übers Schnackseln aus."

Lanz ließ nicht locker und befragte Gloria von Thurn und Taxis noch mal zu der Haltung gegenüber Kondomen:

"Ich bin eine Witwe. Was soll ich von Kondomen verstehen. Ich hab keine Ahnung!"

"Sie haben Kinder, Fürstin."

"Ja, aber das ist nicht mein Thema... Das ist doch ein Männerthema. Lassen sie doch die Männer über Kondome reden", sagt die Fürstin und verweist an die Kompetenzen des Musikers, des Gesundheitsministers und des "Experten" Rainer Langhans. "Der hat sein Leben lang mit Frauen rumgemacht", legte die Fürstin nach.

Am Ende kam Gloria von Thurn und Taxis doch noch kurz dazu, über die Schlossfestspiele in Regensburg zu sprechen und einen ernsthaften Gedanken zum Thema sexuelle Revolution zu formulieren: Weniger sei mehr und daher solle man Kindern beibringen, nicht gleich miteinander ins Bett zu gehen, sondern sich erst einmal kennenzulernen. "Der Mensch ist ein monogames Tier", sagte sie. Partner zu teilen, wie es in den 68ern üblich war, sei sehr schwierig für eine Frau: "Deshalb ist die Erziehung zur Promiskuität keine gute Idee. Sie schadet langfristig der Gesellschaft."

Der von der Fürstin befürchtete Shitstorm blieb aber zunächst aus. Auf Twitter war das Thema den Usern bis zum Mittag nur ein paar Tweets wert.

siu

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insgesamt 41 Beiträge
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1.
inko.gnito 16.05.2012
Zitat von sysopZDFMit ihrer Äußerung übers "Schnackseln" trat Gloria von Thurn und Taxis vor einigen Jahren eine heftige Diskussion los. Nun quetschte Moderator Markus Lanz die Fürstin zu Kondom-Automaten und sexueller Revolution aus. Sie zierte sich - und empfahl Teenagern Sport. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,833514,00.html
Mir fällt da ein Tennisspieler ein, dem wäre ein Kondomautomat in der Besenkammer nicht ungelegen gekommen :-) Ansonsten kann die Gloria doch denken und sagen was sie will. Ich fand es jedenfalls sehr amüsant, wie sie es tat.
2.
Hotte Hitzig 16.05.2012
Zitat von sysopZDFMit ihrer Äußerung übers "Schnackseln" trat Gloria von Thurn und Taxis vor einigen Jahren eine heftige Diskussion los. Nun quetschte Moderator Markus Lanz die Fürstin zu Kondom-Automaten und sexueller Revolution aus. Sie zierte sich - und empfahl Teenagern Sport. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,833514,00.html
Ich habe diese Dame einmal für offen, tolerant und gut informiert gehalten. Bis eben zu ihrem Schnackselgate. Dann sollen sie doch Kuchen essen ähhh sorry Tennis spielen. Das ist wirklich eine tolle Meinung zu einem extrem wichtigen Thema unserer Zeit. Willkommen im Elfenbeinturm liebe Gloria.
3. optional
Prokrastes 16.05.2012
Ein Beleg dafür, daß Konservativismus und ausgemachte Blödheit sich nicht ausschließen müssen.
4. optional
Moritz_h 16.05.2012
Kondomautomaten an Schulen? Wozu denn das bitte? Wenn man so dumme Fragen stellt, braucht man sich nicht wundern, wenn man dumme Antworten bekommt. Beim besten Willen, das ist die albernste Idee, die ich heute gelesen hab.
5. Ach spon ...
JaWeb 16.05.2012
... die interessantere Talkrunde fand doch gestern Abend bei Frau Maischberger statt. Warum ist sie es der Redaktion nicht Wert sich mit ihr kritisch zu beschäftigen? Es wir doch wohl nicht an Herrn Matusseks Auftritt dort liegen? Der hätte auch eine journalistische Bewertung seitens seiner Spiegel-Kollegen verdient. Stattdessen die Fürstin? Irgendwie mutlos.
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