Götz George "Geil" ist verboten

Es war schon sehr cool, als "Tatort"-Held Schimanski es in den Achtzigern wagte, das Wort "Scheiße" zur Primetime im deutschen Fernsehen auszusprechen. Nun jedoch sorgt sich Schauspieler Götz George um den Zustand der deutschen Sprache.


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Götz George: Für immer "Schimmi"
Hamburg - Es ist die Rolle, an die man zuerst denkt, wenn von Götz George die Rede ist: Als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski nahm der Schauspieler 1981 seinen Dienst auf, spielt den raubeinigen Ermittler bis heute.

Heute scheint kaum mehr nachvollziehbar, wie sehr seine Darstellung das deutsche Gemüt damals provozierte - "Schimmis" Markenzeichen waren der schlabbrige Parka und sein Hang zum Gebrauch von Kraftausdrücken.

Nun jedoch sorgt sich der 71-Jährige seinerseits um die deutsche Sprache.

"Unsere Jugendsprache ist obszön, unschön und amerikanisiert - sie zeigt, wie versaut und unappetitlich unsere Kultur geworden ist", sagte George der "Hörzu". Die Jugend habe sich "völlig verändert": "Vulgäre, obszöne Ausdrücke sind an der Tagesordnung".

Schuld an der Misere seien die Medien, "die offen mit der Fäkalsprache umgehen. In TV-Shows werden Jugendliche von Leuten wie Dieter Bohlen fertiggemacht. Gleichzeitig kupfern diese "alten Herren" ihre Sprache von den Jugendlichen ab, weil sie cool sein wollen. Bei mir ist das Wort "geil" verboten - das Wort ist aufdringlich."

pad/dpa



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