Model über Simbabwes First Lady "Ich muss hier raus, bevor sie mich tötet"

Hat Grace Mugabe in Südafrika brutal auf eine junge Frau eingedroschen? Gabriella Engels zufolge verlief die Prügelattacke dramatisch. Unklarheit herrscht über den Aufenthaltsort der Präsidentengattin.

AFP

Das südafrikanische Model Gabriella Engels hat ihre Vorwürfe gegen Simbabwes First Lady Grace Mugabe bekräftigt. In einem Telefoninterview mit der BBC sprach die 20-Jährige über die Prügelattacke. "Sie hat mich in die Enge getrieben und dann angefangen, mich grün und blau zu schlagen." Engels beschuldigt die Präsidentengattin, sie in einem Hotelzimmer im südafrikanischen Johannesburg angegriffen zu haben.

Mugabe soll die 20-Jährige am Sonntagabend unverhofft in der Hotelsuite ihrer beiden Söhne angetroffen haben. Daraufhin soll sie Engels so brutal mit einem Verlängerungskabel attackiert haben, dass das Model anschließend mit drei Platzwunden am Kopf in einem Krankenhaus behandelt werden musste: "Ich erinnere mich nur daran, dass ich zusammengerollt auf dem Boden lag und mir Blut über Gesicht und Nacken lief." In sozialen Medien verbreitete sie Fotos von einer tiefen Wunde auf der Stirn, die ihr von Mugabe zugefügt worden sein soll.

Auf die Frage, was ihr in diesem Moment durch den Kopf gegangen sei, antwortete Engels: "Ich dachte bloß: 'Ich muss jetzt sofort raus aus diesem Hotelzimmer, bevor diese Frau mich tötet.'"

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Grace Mugabe: Gar nicht First-Lady-like

Mugabes Bodyguards waren laut Engels die einzigen, die während des Angriffs mit im Raum waren. Sie hätten sich jedoch im Hintergrund gehalten, während die First Lady auf sie einschlug.

Die simbabwische Regierung hat sich bei der Aufklärung des Falls laut BBC auf die diplomatische Immunität der 52 Jahre alten Präsidentengattin berufen. Südafrikas größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), teilte daraufhin mit, dass Mugabe die Immunität bereits vor ihrer Einreise nach Südafrika hätte beantragen müssen. Zudem gelte der Status für Staatschefs, nicht für deren Ehefrauen.

Südafrika müsse unbedingt eine Situation wie im Jahr 2015 vermeiden, fordert die DA. Damals konnte der wegen Kriegsverbrechen gesuchte sudanesische Präsident Umar al-Baschir ungehindert ins Land ein- und später auch wieder ausreisen.

Weil ihr Körperverletzung vorgeworfen wird, will Südafrika Mugabe an der Ausreise hindern. Sie dürfe das Land nicht verlassen, bis der Fall geklärt sei, sagte Sicherheitsminister Fikile Mbalula am Donnerstag dem TV-Sender eNCA. Die Polizeibeamten an allen Grenzübergängen seien informiert worden.

Wird Mugabe doch Immunität gewährt?

Die Nachrichtenagentur AP berichtete jedoch unter Berufung auf eine Quelle in der Regierung, der First Lady solle nun doch Immunität gewährt werden. Andernfalls wäre die Beziehung zu Simbabwe einer starken Belastung ausgesetzt.

Aus Regierungskreisen im simbabwischen Harare hatte es zuvor geheißen, Mugabe sei inzwischen überhaupt nicht mehr in Südafrika, sondern bereits in ihre Heimat zurückgekehrt. Bisher erschien Mugabe trotz Vorladung nicht bei der Polizei.

Grace Mugabe gilt als mögliche Nachfolgerin ihres Mannes, des autokratischen Langzeitpräsidenten Robert , der seit Jahrzehnten an der Spitze Simbabwes steht. Der 93-Jährige hält sich in Südafrika auf, um dort an einem Gipfeltreffen des regionalen Staatenbundes SADC teilzunehmen.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Robert Mugabe stehe seit 20 Jahren an der Spitze des Landes. Wir haben diese Formulierung korrigiert. Mugabe ist seit 1987 Präsident Simbabwes, zuvor war er sieben Jahre lang Ministerpräsident des Landes.

ege/AP/dpa/rtr



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