Gwyneth Paltrow und ihr Stalker Ein unerwünschter Fan

Seit 17 Jahren bekommt Gwyneth Paltrow unerwünschte Post von einem Mann aus Ohio - teilweise mit pornografischem Inhalt und Drohungen. Nun sagte sie vor Gericht gegen den Verdächtigen aus.

AP

Gwyneth Paltrow hat am Montag im Prozess gegen einen Mann ausgesagt, der sie seit Jahren stalken soll. Er habe in Briefen über ihren Tod geschrieben und dass er sie heiraten wolle, er habe ihr Pornografie und unerwünschte Geschenke geschickt, erzählte Paltrow. Zu den Geschenken gehörten demnach: Kleidung, Ohrringe, ein Kochbuch von "Weight Watchers".

Dante S. wird vorgeworfen, die Hollywood-Schauspielerin seit 17 Jahren zu bedrängen. Im Prozess geht es um 66 Nachrichten, die er ihr zwischen den Jahren 2009 und 2015 zukommen ließ.

Knapp zweieinhalb Stunden sagte Paltrow aus. Als sie gefragt wurde, ob sie wegen des Stalkers um die Sicherheit ihrer Kinder fürchte, kämpfte sie mit den Tränen. "Ja", antwortete Paltrow, fing sich aber schnell wieder. "Ich habe Angst, weil die Kontaktversuche jeder Logik entbehren. Seit 17 Jahren muss ich mich damit beschäftigen."

Die Verteidiger des Mannes sagten, er habe lediglich Briefe an die Schauspielerin geschrieben, die letzten hätten auch keine Pornografie enthalten. Die Schreiben seien nicht bedrohlich gewesen. Der Angeklagte bekannt sich nicht schuldig. Er sei, so seine Verteidigung, ein christlicher Mann, der versuche, Paltrow zu Diensten zu sein.

Einige der Postsendungen enthielten auch Sexspielzeug. Dante S. soll geschrieben haben, er wolle Paltrow von ihren Sünden reinigen. Schon im Jahr 2000 stand er wegen seiner Schreiben an Paltrow vor Gericht. Damals wurde er für schuldunfähig erklärt und verbrachte mehrere Jahre in einer psychiatrischen Einrichtung. Im vergangenen Jahr wurde er dann wegen erneuter Schreiben festgenommen.

"Das ist eine sehr lange und traumatische Erfahrung", sagte Paltrow. Sie erkenne die Handschrift von S., weil der ihr so oft geschrieben habe.

Nach Paltrow sagte auch ihr Sicherheitschef aus, der offenbar die Post der Schauspielerin kontrolliert. Zuletzt habe er ihr keine Details aus den Schreiben des Mannes mehr mitgeteilt. Er habe sie informiert, wenn wieder ein Brief oder ein Paket angekommen sei. Schon das habe sie beunruhigt.

hut/AP



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