Stalking-Prozess Gwyneth Paltrow verliert gegen Briefeschreiber

Aufgrund seiner Nachrichten an Gwyneth Paltrow wurde Dante S. schon einmal wegen Stalkings verurteilt. Doch der 67-Jährige schrieb weiter Briefe, die Schauspielerin fühlte sich bedroht. Nun wurde S. freigesprochen.

AFP

Gwyneth Paltrow hat in einem Stalking-Prozess in Kalifornien eine Niederlage erlitten. Der 67 Jahre alte Dante S. aus dem US-Bundesstaat Ohio wurde am Mittwoch von einem Geschworenengericht in Los Angeles vom Vorwurf der Nachstellung freigesprochen.

Die Schauspielerin hatte in dem Prozess unter Tränen angegeben, seit vielen Jahren große Angst vor dem Mann zu haben. S. habe ihr über 17 Jahre immer wieder Briefe geschrieben und Geschenke gemacht. Mal habe er ihr gedroht, mal einen Hochzeitsantrag gemacht.

Es war das zweite Verfahren gegen den im vorigen Jahr festgenommenen US-Bürger. Im Jahr 2000 wurde S. wegen Stalkings verurteilt, nachdem er Paltrow unter anderem Sex-Spielzeug schickte und zweimal beim Haus ihrer Eltern auftauchte. Der Richter erklärte den Mann damals jedoch für schuldunfähig und schickte ihn in eine geschlossene psychiatrische Klinik. Auch davon sahen die Geschworenen diesmal ab.

S. sagte während der Verhandlung aus, er habe der 43-Jährigen keinen Schaden zufügen und sich mit den Briefen für sein Verhalten entschuldigen wollen.

gam/dpa/Reuters



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insgesamt 11 Beiträge
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fatherted98 18.02.2016
1. Seltsam...
....noch nicht mal in den USA kann man sich gerichtlich gegen Stalker wehren. Das der Mann krank ist, kann man doch eindeutig an seinem Verhalten erkennen...da braucht man keine Ausbildung zum Psychologen. Nun hat Paltrow sicherlich die Möglichkeiten sich einigermaßen zu schützen...man denke mal an Otto Normalbürger...der/die wird in der Regel alleine gelassen und ist der Gnade des Stalkers ausgeliefert.
DieterJakobi 18.02.2016
2. Auch ein Richter...
kann offenbar seinen Neid und seine Missgunst auf einen Prominenten nicht zurückhalten. Schade.... für alle.
enfield 18.02.2016
3. mal langsam
weiss man denn ob die Briefe vielleicht sogar mit Absender versehen waren? Wenn ja, müsste man sie ja nicht lesen....ebensowenig wie die abartigen Gedanken mancher Menschen. Ich befürworte auch klar 0-Toleranz gegenüber Stalking und die Betroffenen haben mein volles Mitgefühl. Aber irgendwo muss man auch Grenzen ziehen....die liegen wohl beim physischen Eindringen in die Privatsphäre. Inwiefern das bei Briefen gegeben ist, kann ich nicht beurteilen oder einschätzen ohne die Details zu kennen. Das tun aber die Geschworenen...und ich finde es schwer vorstellbar, dass eine Jury komplett oder mehrheitlich Vorbehalte gegen eine Person wie Paltrow hat und einen Stalker einfach so "laufen lässt". Aber Sie wissen sicher mehr....über das Verfahren und sowieso über die amerikanische Gesellschaft.
Tingletangle 18.02.2016
4. Briefe schreiben ist kein Verbrechen
und wenn eine Schauspielerin "unter Tränen" etwas aussagt, dann frage ich mich wie glaubwürdig diese Tränen sind.
Betula 18.02.2016
5. Selbst erlebt
...@Tingletangle: Natürlich ist Briefe schreiben keine Verbrechen, aber nach 17 Jahren stalking ist jedes kleine Zeichen des stalkers mit erheblichen Panikreaktionen verbunden, weil man sich unfreiwillig in jedem Moment verfolgt und bedroht fühlt. Ob prominent oder nicht, ich wünsche so eine Lage niemandem. Denn stalker sind krank, nicht die gestalkten.
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