Haftstrafe light Paris Hilton aus Knast entlassen - nach drei Tagen

Was gedacht war als richterlicher Versuch, Hotelerbin Paris Hilton durch Realitätsberührung zu läutern, endet jetzt als Farce. Die Party-Blondine ist nur drei Tage nach ihrem Haftantritt wieder auf freiem Fuß.


Lynwood - Die Nachricht vom plötzlichen Haftende der Blondine verbreitete zunächst der Onlinedienst "TMZ" unter Berufung auf "absolut zuverlässige" Quellen. Die 26-Jährige habe bereits heute am frühen Morgen das Frauengefängnis im kalifornischen Lynwood verlassen.

Die Polizei von Los Angeles bestätigte inzwischen, Hilton sei aus "medizinischen Gründen" entlassen worden. Details zum Gesundheitszustand der Blondine gab die Polizei nicht bekannt. Den Rest ihrer Haftzeit werde sie unter Hausarrest zu Hause verbringen. Ein Polizeisprecher sagte, man habe Hilton eine elektronische Fußfessel angelegt.

In der Nacht wurde sie laut Polizei um 2.09 Uhr (Ortszeit) entlassen. Sie sei zu ihrem Anwalt gefahren und von dort nach Hause gebracht worden, sagte der Sprecher. In die Entscheidung seien sowohl ein Amtsarzt als auch ein Richter eingeschaltet gewesen.

In ihrem Haus in West Hollywood wird das Partygirl wieder mehr Platz haben. Nach drei Tagen in einer kahlen Neun-Quadratmeter-Zelle hat sie durch ihre elektronische Fußfessel jetzt einen Bewegungsradius von etwa einem Kilometer. Und: Obwohl sie am Sonntagabend nur wenige Minuten vor Mitternacht eingecheckt war und am Donnerstag kurz nach Mitternacht entlassen wurde, rechnete die Polizei ihr das als zwei Tage Knast an - zusammen mit den drei tatsächlich abgesessenen Tagen verbleiben also nur 40 Tage für den Hausarrest.

Die Maßnahme habe nichts damit zu tun, dass Paris Hilton prominent sei. Jeder andere Gefangene wäre in einem vergleichbaren Fall auch so behandelt worden, versicherte er, "ganz sicher". Zudem sei Hilton rechtlich nach wie vor in Haft. "Sie ist in dem Sinne nicht entlassen, sondern nur überstellt worden", sagte er.

Hilton hatte sich schon am zweiten Tag hinter Gittern über die Haftbedingungen beklagt. Sie könne kaum schlafen, hatte sie unter anderem gesagt. Gestern hatte sie dann Besuch von ihrem Therapeuten bekommen, dem sie berichtet haben soll, sie weine sich nachts in den Schlaf.

Zuvor waren laut der britischen "Sun" bereits Gerüchte über eine baldige Freilassung Hiltons kursiert. Grund sei das gute Benehmen der Insassin, berichtete das Blatt unter Berufung auf Informationen aus der Haftanstalt in Lynwood. Seit der Nacht sei das Gefängnis in Erwartung der Freilassung von Fotografen und Kamerateams belagert worden.

pad/ffr/ddp/AFP/Reuters/dpa



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