Alexander Gersts Anruf aus dem All Nach Hause telefonieren - und Hunderte hören mit

"Hallo Hohenlohe, hallo Künzelsau!" Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat sich aus 400 Kilometern Höhe in seiner Heimatstadt zu Wort gemeldet - und sich besorgt über den Zustand der Erde gezeigt.

AFP

Alexander Gerst schwebt durch das Columbus-Forschungsmodul der Internationalen Raumstation ISS, hinter ihm ein Chaos aus Geräten, Kabeln und Bildschirmen: "Astro Alex" entschuldigt sich bei seinen Zuschauern für die Unordnung, aber beim Forschen im All sei das nun mal so.

Den Hunderten Menschen in Gersts Heimatstadt Künzelsau, die auf einer Leinwand die Schalte ins All verfolgten, ist das egal. Sie jubeln und verfolgen die Worte des deutschen Astronauten - und "Astro Alex" hatte für sie eine wichtige Botschaft.

Es sei erschreckend, von oben zu sehen, dass immer mehr Regenwald gerodet wird, immer mehr Gletscher verschwinden und immer mehr Seen austrocknen, sagte Gerst. Im All werde ihm immer klar, dass man die Steinkugel Erde "locker verpesten kann, dass sie unbewohnbar ist".

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Schalte nach Künzelsau: "Astro-Alex"' Alarm aus dem All

Dem Baden-Württemberger dürften diese Worte bei seinem Anruf in die Heimat wichtig gewesen sein. Denn Gerst schaut auf dieses Fleckchen Erde noch ein bisschen genauer als auf andere. Bereits vor dem Telefonat twitterte er: "Das schöne Hohenloher Land aus dem Weltraum zu sehen ist immer etwas besonderes für mich!"

Erst am Wochenende hatte Gerst den 7000 Zuschauern der Elektro-Band Kraftwerk einen überraschenden Gruß auf den Stuttgarter Schlossplatz geschickt. Mit Kraftwerk-Gründungsmitglied Ralf Hütter spielte er im Duett den Song "Spacelab". Dafür hatte Gerst eigens einen speziell programmierten Tablet-PC mit Synthesizern mit ins All genommen.

Die Künzelsauer grüßten Gerst unterdessen mit Papptafeln zurück. Der Astronaut wird die Grüße laut europäischer Raumfahrtagentur Esa aber erst in einigen Tagen zu Gesicht bekommen. Denn anders als die Menschen auf dem Rathausplatz, konnte "Astro Alex" bei der Schalte nur etwas hören.

Die zweite Weltraummission des deutschen Astronauten läuft nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bisher nahezu reibungslos. 80 bis 90 Prozent der für die ersten beiden Monate auf der ISS geplanten Experimente seien gemacht. Ein DLR-Manager sprach von einzigartigen Daten.

Video: Mit Alexander Gerst auf der ISS

SPIEGEL TV

apr/dpa



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