Hamburgs Ex-Bürgermeister Beust bestätigt Beziehung zu 19-Jährigem

Neues Leben, neuer Job, neuer Freund: Mit seiner Karriere in der Politik hat Ole von Beust nach neun Jahren als Bürgermeister von Hamburg abgeschlossen - er will wieder als Anwalt arbeiten. Jetzt trat er erstmals mit seinem neuen Lebenspartner auf - einem 19-jährigen Praktikanten.

Hamburgs Ex-Regierungschef Ole von Beust: "Gelästert wird immer"
dpa

Hamburgs Ex-Regierungschef Ole von Beust: "Gelästert wird immer"


Hamburg - Sie schlenderten gemeinsam durch das neue Armani-Geschäft in der Hamburger Innenstadt und tuschelten ganz unverkrampft: Ole von Beust und ein junger, blonder Mann. In der Gerüchteküche der Hansestadt fing es sofort an zu brodeln. War das der neue Freund des Ex-Bürgermeisters?

Die "Bild-Zeitung" fragte nach, und der 55-jährige Beust bestätigte: "Wir leben zusammen."

Der Neue heißt Lukas, er ist 19 Jahre alt, er macht gerade ein Praktikum in Hamburg. Die Reporter bohrten weiter: Und wie ist das mit dem Altersunterschied? Der neue Lebenspartner ist immerhin 36 Jahre jünger. Wenn ein Mann mit einer deutlich jüngeren Frau zusammenlebt, gibt es doch auch sofort Gerede. Wie ist das denn bei Schwulen?

Beust ließ sich nicht aus der Ruhe bringen: "Gelästert wird überall. Wichtig ist, dass man zuverlässig, anständig und nach Gesetz lebt. Das tue ich." Im Übrigen sei er eigentlich kein Beziehungsmensch, fügte Beust noch hinzu: "Ich bin eher, wie es norddeutsch heißt, Eigenbrötler."

Tatsächlich hatte der langjährige Hamburger Bürgermeister sein Privatleben immer abgeschottet - bis ein Streit mit seinem Koalitionspartner Ronald Schill das Outing 2003 erzwang. Schill hatte gedroht, eine angebliche Beziehung Beusts zu seinem damaligen Justizsenator Roger Kusch öffentlich zu machen. Beust und Kusch dementierten die Anschuldigungen entschieden, sie seien lediglich Studienfreunde. Höhepunkt der ganzen Affäre war die Entlassung des Zweiten Bürgermeisters Schill - und ein unabgesprochenes Interview, in dem Beusts Vater erklärte: Ja, mein Sohn ist schwul.

Anders als sein schwuler Berliner Amtskollege Klaus Wowereit ("Ich bin schwul - und das ist auch gut so") hat Beust aber auch danach sein Privatleben nie zum Thema gemacht. Bürgermeister und Privatmann Beust - das waren zwei verschiedene Personen. Die Stadt wusste, dass er gerne nach Sylt fuhr - mehr nicht. Nach dem Rückzug aus der ersten Reihe der Politik nimmt er es mit dieser Trennung offenbar nicht mehr ganz so genau.

Auch da erkannten die Gerüchteköche sofort einen möglichen Zusammenhang. War der neue Lebenspartner denn vielleicht der Grund für den Rücktritt vom Amt des Bürgermeisters?

Dem "Hamburger Abendblatt" sagte Beust: "Das ist Unsinn. Ich war 17 Jahre Berufspolitiker und hatte natürlich auch über diese Zeit ein Privatleben. Das hat meine beruflichen Entscheidungen aber nie beeinflusst." Bei offiziellen Anlässen werde er auch künftig nicht mit seinem Partner auftreten. "Das ist nicht geplant", erklärte Beust, "Aber ich verstecke mich auch nicht. Das habe ich nie getan und werde es jetzt auch nicht tun."

oka



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